Eugen Block erhebt neue Vorwürfe gegen Richterin – es geht um den Ex seiner Tochter
Im Strafprozess gegen seine Tochter rund um die Entführung seiner Enkel hatte Eugen Block (85) zuletzt schwere Vorwürfe gegen die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt erhoben. Das Gericht wies diese als unbegründet ab, doch aufgeben will der Block-House-Gründer nicht – und hat seine Beschwerde noch einmal um zwei Punkte erweitert. Die richten sich gegen den Kindsvater Stephan Hensel.
In der Dienstaufsichtsbeschwerde wirft Block Hildebrandt weiterhin vor, befangen zu sein. Sie ist die Vorsitzende Richterin in einem Prozess, wie ihn Hamburg noch nie gesehen hat. In der Silvesternacht 2023/2024 wurden die Block-Kinder, Eugen Blocks Enkel, aus der Obhut ihres Vaters Stephan Hensel aus Dänemark entführt und nach Deutschland entführt. Hauptangeklagte ist Eugen Blocks Tochter Christina Block. Sie soll die Entführung in Auftrag gegeben haben und muss sich seit dem 11. Juli vor dem Landgericht verantworten. Die 52-Jährige bestreitet die Vorwürfe.
Landgericht wies Eugen Blocks Beschwerde bereits zurück
Ausgang der Beschwerde war ein Artikel im „Hamburger Abendblatt“ vom 20. September gewesen, in dem es um Hildebrandt ging. Eine langjährige Weggefährtin, ebenfalls Richterin am Landgericht, beschrieb sie als „absolute Vollblut-Richterin, die uns hier in Hamburg wirklich guttut“. Dieser Artikel sei eine einzige Lobhudelei auf die Vorsitzende Richterin gewesen, die unmöglich den Weg ins Blatt gefunden hätte, wenn die Zitate nicht mit Hildebrandt abgestimmt gewesen wären, argumentierte Eugen Blocks Anwalt Gerhard Strate damals.
Doch diese Beschwerde wurde vom Landgericht Hamburg zuletzt zurückgewiesen. Es gebe keine Anhaltspunkte für ein dienstliches Fehlverhalten, hieß es.

Das scheint Eugen Block allerdings wenig zu interessieren – und erweitert seine Beschwerde jetzt noch einmal um zwei Punkte. Erstens: Während das Verfahren gegen Christina Block bereits läuft, bleibe die ältere Anklage gegen den Kindsvater Stephan Hensel weiterhin „so gut wie unbearbeitet“, heißt es von Blocks Anwalt Strate. Hensel wird vorgeworfen, die jüngsten Kinder nach einem Besuchswochenende im Jahr 2021 widerrechtlich bei sich in Dänemark behalten zu haben, obwohl das Sorgerecht damals bei der Mutter lag.
Eugen Block erweitert Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Richterin
„Es ist nicht akzeptabel, dass die Große Strafkammer die Entscheidungen zur Übernahme und zur Zulassung der Anklage noch nicht getroffen hat“, erklärt Strate jetzt. Immerhin sei diese Anklage vom Juni 2023 und damit fast ein Jahr älter als die von Christina Block.
Zweitens: Stephan Hensel hätte in dem Prozess gegen Christina Block nicht als Nebenkläger zugelassen werden dürfen, argumentiert der Anwalt. Da gebe es einen „Interessenwiderstreit“. Hensel werde ja in seiner Anklage selbst Entziehung Minderjähriger im Jahr 2021 vorgeworfen, das mache ihn ungeeignet als Nebenkläger.
Auf das laufende Verfahren hat so eine Dienstaufsichtsbeschwerde keinen unmittelbaren Einfluss. Dass die Anklage gegen Christina Block schneller eröffnet wurde, liegt laut dem Gericht daran, dass einer der Angeklagten in U-Haft sitzt. Dabei handelt es sich um den Israeli Tal S., der laut eigener Aussage bei der Entführung der Kinder in der Silvesternacht beteiligt war. Er habe allerdings geglaubt, etwas Gutes zu tun und die Kinder aus „den Händen ihres Vaters“ zu befreien. Inzwischen hat er sich bei Stephan Hensel entschuldigt.
Stephan Hensel wurde damals in der Silvesternacht 2023/2024 von den Entführern niedergeschlagen und tritt deshalb seit Beginn als Nebenkläger im Prozess gegen Christina Block auf. Eugen Block ist als Zeuge geladen, hatte aber bereits mitgeteilt, er werde von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.