Es geht um Tausende Wohnungen: Riesiges Bauprojekt in Hamburg vor dem Aus

Hier ist die „Neue Gartenstadt Öjendorf“ geplant – außer großen Ideen kann man aber nicht viel vorweisen.
Hier ist die „Neue Gartenstadt Öjendorf“ geplant – außer großen Ideen kann man aber nicht viel vorweisen.

Es herrscht Wohnungsnot in Hamburg – und ausgerechnet jetzt droht eines der größten Bauprojekte der Stadt zu platzen: Die „Neue Gartenstadt Öjendorf“ bei Billstedt sollte Platz für 5000 Menschen bieten. Mehr als 2000 Wohnungen sollten entstehen. Doch elf Jahre nach Vorstellung der Pläne gibt es hier immer noch keine Baustelle. Ob das Quartier jemals kommt? Eine aktuelle Stellungnahme des Senats verheißt nichts Gutes. Dabei sind schon Hunderttausende Euro in die Planung geflossen.

Billstedt, südlich des Öjendorfer Friedhofs: Eigentlich sollten hier schon vor zwei Jahren die Arbeiten starten, um für Tausende Hamburger die 2200 versprochenen neuen Wohnungen zu bauen, die das Bezirksamt Mitte hier gemeinsam mit einem Konsortium aus SAGA, Frank Immobilien und Hamburg Team plant. Doch noch immer ist hier nichts passiert. Kein Baustart, kein Bebauungsplan.

Wohnungen in Hamburg: Deshalb droht die Neue Gartenstadt Öjendorf zu platzen

Jetzt lässt die Senatsantwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage der CDU durchblicken, was das Problem sein könnte: Die Projektentwickler scheinen sich nicht mit privaten Grundstücksbesitzern im Plangebiet einigen zu können. Nur die mittleren Flurgrundstücke gehören der Stadt, die SAGA besitzt kein einziges. Für den Ankauf der übrigen Grundstücke sei das Konsortium verantwortlich, so der Senat. Doch das wollte sich der MOPO gegenüber nicht zu der Frage der Grundstückssicherungen äußern.

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Kommt das Quartier denn überhaupt noch? Das Konsortium sei unverändert an der Entwicklung interessiert, so ein Sprecher von Frank Immobilien zur MOPO. Einige Themen seien aber noch zu bearbeiten. Und was genau? Auch dazu gibt es mit Verweis auf laufende Gespräche mit der Stadt keine konkrete Antwort. Dass die Baukosten in den vergangenen Jahren gestiegen sind und Großprojekte belasten können, sei jedoch kein Geheimnis.

Der Senat klingt nicht optimistisch: Es sei „nicht prognostizierbar”, wann das Quartier realisiert werden kann, heißt es in der Antwort auf die SKA. Und: „Die schwierige Marktlage und die baukonjunkturelle Situation stellen das Projekt vor große Herausforderungen.“ Bislang verursachte das Projekt bei der Stadt rund 300.000 Euro Planungskosten. Wie teuer das Ganze werden könnte und ob die Planungen angepasst werden, wird laut Senat geprüft.

CDU-Abgeordnete: „Hoffnungen vieler Hamburger werden enttäuscht”

„Die Hoffnungen vieler Hamburger auf bezahlbare, schöne Wohnungen werden enttäuscht”, fürchtet die CDU-Abgeordnete Anke Frieling im Gespräch mit der MOPO. Der Senat habe die Neue Gartenstadt Öjendorf mit großen Versprechen angekündigt, doch es sei weiterhin kein Baustart in Sicht. „Geplant wurde auf Flächen, die größtenteils in privater Hand sind. Die Verantwortung für die Umsetzung hat der Senat gescheut und an ein Konsortium abgegeben.”

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Das Kernproblem aus ihrer Sicht: Die Umsetzung von Großprojekten dauere lang und die gestiegenen Baukosten brächten alte Planungen ins Wanken. Und was ist die Lösung für Hamburgs Wohnungsmarkt? Neben den Großprojekten dürfe die Nachverdichtung im Bestand nicht zu kurz kommen, meint Frieling. Baugenehmigungen sollten schneller und unkompliziert erteilt werden, denn angesichts der angespannten Situation zähle jede Wohnung. Ihre Prognose: „Die Neue Gartenstadt Öjendorf jedenfalls ist in weite Ferne gerückt – wenn sie überhaupt noch kommt.“