„Fahrradstadt Hamburg“ – doch beim ersten Schnee herrscht wieder Schlittern
Böse Überraschung für Hamburgs Radfahrer: Der erste Schnee hat ihren Weg zur Arbeit am Montag in eine Schlitterpartie verwandelt. Zahlreiche Radwege und Radspuren waren nicht geräumt. Und das, obwohl die Stadtreinigung auf den Wintereinbruch vorbereitet war und ihren Einsatz frühzeitig angekündigt hatte.
Von der City bis nach Altona, vom Eimsbüttel bis runter an die Elbe – überall war es das gleiche Bild: Während die Straßen für die Autos frei von Schnee und Matsch waren, waren die Fahrradwege weiß. Auch auf den Fahrradspuren neben den Fahrbahnen schlingerte eine einzige, rutschige Schneematschmasse.
Stadtreinigung Hamburg bearbeitet nicht alle Radwege, sondern nur ein abgestimmtes Radwegenetz
Viele fragten sich: Wie kann das sein? Denn die Stadtreinigung war vorbereitet und hatte schon am Donnerstag erklärt: „Die SRH ist bereit!“ Am selben Tag hatte das Unternehmen seinen ersten Winterdiensteinsatz unternommen und proaktiv auf Fahrbahnen, Gehwegen ohne Anlieger, Bushaltestellen und Radwegen gestreut, obwohl es lediglich einen Temperaturabfall gegeben hatte und keinen Schnee.
Und am Montag? „Die SRH bearbeitet grundsätzlich nicht alle Radwege, auch nicht im Stadtzentrum, sondern nur das abgestimmte Radwegenetz“, heißt es in einem Statement gegenüber der MOPO. Welche Straßen das genau sind, sei im Geoportal der Stadt einsehbar. Die dort verzeichneten Strecken würden bei einem Einsatz immer zweimal bearbeitet.
Hamburger Wegegesetz: Einsatz von Taumitteln jenseits der Fahrbahnen ist verboten
„Die Bearbeitungspläne für den Einsatz in dieser Nacht wurden gegen 23 Uhr ausgegeben und in der Nacht bzw. am frühen Morgen vollständig bearbeitet“, so die Erklärung. Weiter wird darauf hingewiesen, dass „das Hamburger Wegegesetz den Einsatz von Taumitteln jenseits der Fahrbahnen aufgrund der umweltschädlichen Wirkung untersagt“, weshalb Fahrradwege anders behandelt würden als Umgehungsstraßen.
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Auch warum die Radfahrstreifen, die Teil der Fahrbahn sind und daher gleich behandelt werden, am Montag in deutlich schlechterem Zustand waren, als die Straßen, kann der zuständige SRH-Sprecher erklären: „Das Gewicht und die Frequenz der Autos wirken jedoch ebenfalls förderlich auf die Tauwirkung des Streuguts. Daher ist das Salz auf den Fahrbahnen grundsätzlich wirksamer als auf den Radfahrstreifen.“
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