Die gesperrte Freihafenelbbrücke (Archivbild).

Die gesperrte Freihafenelbbrücke (Archivbild). Foto: picture alliance/dpa/Daniel Bockwoldt

Elbbrücke bleibt dicht: Ersatz muss her – und da wird es kompliziert

kommentar icon
arrow down

Die Freihafenelbbrücke bleibt gesperrt: Nach dem Schiffsanprall am 28. Oktober vergangenen Jahres ist das Hamburger Baudenkmal aus dem Jahr 1906 so schwer beschädigt, dass es vor seiner grundlegenden Sanierung nicht wieder für den Verkehr freigegeben werden kann. Ein provisorischer Ersatzbau soll her – und zwar so schnell wie möglich. Um das zu beschleunigen, hat der Senat Geld in die Hand genommen.

Nach Prüfungen interner und externer Fachleute ist die Verkehrssicherheit an der aktuellen Stelle trotz aller ingenieurtechnischen Möglichkeiten nicht wiederherzustellen, so die Verkehrsbehörde am Dienstag. Die Brücke zwischen dem Kleinen Grasbrook und der HafenCity muss abgebaut werden. Der Mittelteil soll komplett neu entstehen, die Seitenteile sollen grundlegend saniert werden. Der Umbau soll im Spätsommer beginnen.

Die Bahnbrücken über die Norderelbe (vorne), dahinter die Freihafenelbbrücke (Archivbild). picture alliance/dpa/Markus Scholz
Die Bahnbrücken über die Norderelbe (vorne), dahinter die Freihafenelbbrücke (Archivbild).
Die Bahnbrücken über die Norderelbe (vorne), dahinter die Freihafenelbbrücke (Archivbild).

Eigentlich war die Sanierung der Freihafenelbbrücke inklusive Neubau des Mittelteils ohnehin für die kommenden Jahre geplant. Für die dafür erforderliche mehrjährige Sperrung gab es bereits Planungen zur Koordination von Baustellen und Verkehr. Der Unfall sorgt aber schon jetzt für zusätzliche Belastung an den verbleibenden Elbquerungen.

Elbbrücke: Senat prüft neue Verkehrssteuerung

Der Senat sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf. Unter Federführung der Verkehrsbehörde wird geprüft, wie der Bereich während der jahrelangen Bau- und Sanierungsarbeiten vor dem Kollaps bewahrt werden kann. Dabei geht es um bessere Verkehrssteuerung, angepasste Bauabläufe, provisorische Hilfsmaßnahmen – und vor allem um die Möglichkeit einer Ersatzbrücke westlich der Neuen Elbbrücken. Für die Prüfung und Vorbereitung solcher Übergangslösungen sollen zusätzliche Mittel in Höhe von drei Millionen Euro bereitgestellt werden.



Die Lage ist kompliziert: Auch an den Neuen Elbbrücken und benachbarten Bauwerken stehen in den kommenden Jahren Sanierungs-, Erhaltungs- und Verstärkungsmaßnahmen an. Zudem hängt die Verkehrssituation eng mit dem Ausbau der Bahnbrücken über die Norderelbe zusammen. Dort sollen die bestehenden Fernbahnbrücken erneuert und die Kapazität um zwei Gleise erweitert werden.

Neues Brücken-Ensemble über die Elbe geplant

Wie die MOPO bereits berichtete, soll an den Elbbrücken ein neues Brücken-Ensemble entstehen: Neben der bestehenden S-Bahn-Brücke sollen künftig drei Brücken für Fern-, Regional- und Güterverkehr stehen. Der angedachte provisorische Ersatz für die Freihafenelbbrücke wird dabei zeitweise als Bahn-Umfahrung gebraucht, damit der Hauptbahnhof während der Arbeiten weiterhin viergleisig über die Norderelbe erreichbar bleibt. Parallel plant die Hochbahn weiter westlich des Ensembles eine neue U4-Brücke zum Kleinen Grasbrook.

Das könnte Sie auch interessieren: Vorzeige-Radweg von Rahlstedt nach einem Monat hinüber: Stadt reagiert

Für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger wird die sanierte Freihafenelbbrücke nach aktuellem Stand nicht vor 2038 wieder zur Verfügung stehen. Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) sagte, die Brücke sei über Jahrzehnte ein wichtiges Bindeglied für den Verkehr und den Hafen gewesen. Nun müsse Hamburg „schnell und entschlossen handeln“, um die Verkehrsströme während der umfangreichen Bauarbeiten bestmöglich aufrechtzuerhalten.

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test