Ein Kind greift in eine Erdnusstüte.

Ein Kind greift in eine Erdnusstüte – für Allergiker können bestimmte Snacks im Schulalltag zum Risiko werden (Symbolfoto). Foto: picture alliance / Foodcollection | Foodcollection

Erd­nuss-Alarm an Hamburger Schule: Was jetzt auf dem Pausenhof verboten ist

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Eine Brotdose, ein Müsliriegel, vielleicht ein paar Erdnussflips – was für viele Kinder zum ganz normalen Schulalltag gehört, kann für andere lebensgefährlich sein. Genau deshalb zieht jetzt eine Hamburger Grundschule Konsequenzen: Sie erklärt ihr gesamtes Gelände zur erdnussfreien Zone.

Nach Informationen des „Hamburger Abendblatts“ hat die Grundschule Wesperloh in Osdorf ein umfassendes Verbot für erdnusshaltige Produkte eingeführt. Der Schritt kommt nicht aus dem Nichts – sondern als Reaktion auf eine auffällige Entwicklung innerhalb der Schulgemeinschaft.

Mehr Allergiefälle – Schule reagiert

„Als nach den Sommerferien die Notfallkinder vorgestellt wurden (…), ist uns aufgefallen, wie viele Betroffene es plötzlich gibt“, wird Schulleiter Michael Muth zitiert. Was zuvor als Summen an Einzelfällen galt, habe sich zu einem strukturellen Problem entwickelt: Mehrere Kinder und auch Erwachsene leiden demnach an schweren Erdnussallergien.

Die medizinische Gefahr ist erheblich. Schon kleinste Mengen können einen sogenannten anaphylaktischen Schock auslösen – eine akute, potenziell tödliche Reaktion des Körpers. In Einzelfällen reicht laut Schule sogar das Einatmen von Partikeln, etwa beim Öffnen von Erdnuss-Snacks, um Symptome auszulösen.

Komplettes Erdnuss-Verbot auf dem Schulgelände

Die Konsequenz ist klar formuliert: Auf dem gesamten Schulgelände sollen keine erdnusshaltigen Produkte mehr mitgebracht oder konsumiert werden. Das betrifft nicht nur Pausenbrote und Snacks, sondern auch:

  • das Angebot in der Mensa
  • schulische Veranstaltungen wie Sommerfeste oder Projekttage
  • gemeinsames Backen oder Feiern

Ziel sei es, „eine größtmögliche Sicherheit“ für betroffene Kinder und Mitarbeitende zu schaffen. Ganz strikt ist die Regelung allerdings nicht: Produkte mit dem Hinweis „Kann Spuren von Erdnüssen enthalten“ sind weiterhin erlaubt – sollten aber nicht aktiv an Allergiker weitergegeben werden.

Verständnis bei Schülern – Debatte bei Eltern

Dem „Abendblatt“ zufolge stoßen die Maßnahmen laut Schulleitung bei den Kindern auf viel Verständnis. Viele seien bereits sensibilisiert, weil sie Mitschüler mit Allergien kennen. Für Eltern bedeutet das allerdings auch eine Umstellung beim täglichen Packen der Brotdose. Die Frage, was überhaupt noch erlaubt ist, dürfte vielerorts diskutiert werden: Klassische Snacks wie Müsliriegel, Studentenfutter oder Erdnussflips fallen weg. Stattdessen rücken Alternativen ohne Nussbestandteile in den Fokus.

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Die Grundschule Wesperloh ist nicht allein: Auch andere Einrichtungen gehen ähnliche Wege. So verzichtet etwa die Katholische Schule Bergedorf ebenfalls weitgehend auf erdnusshaltige Produkte – mit Verweis auf den Schutz allergiegefährdeter Kinder und den schulischen Inklusionsgedanken.

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