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Er wollte Frauen und Kinder schützen: Dieser Mann verlor bei einer Party die Hand

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Bergedorf –

Mahmud A. (Name geändert) flüchtete vor dem Krieg aus Syrien – und verlor in Deutschland seine Hand. Bei einer eigentlich harmlosen Gartenparty in Hamburg-Bergedorf. Wegen eines Feuerwerkskörpers. Nun sammeln Gäste Spenden für ihren „Retter und Helden“.

Der 40-Jährige liegt im Krankenhaus. Er hat mehrere Operationen hinter sich und noch immer kein Gefühl an der Stelle, wo eigentlich seine linke Hand sein sollte. Wenn er über den Vorfall spricht, redet er ruhig, aber betroffen. „Es war wie in einem Horrorfilm. Ich habe die hellen Blitze noch immer vor Augen“, sagt er.

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Hamburg-Bergedorf: Mann verliert bei Gartenparty Hand

Am 29. August, einem Samstag, wird er von einem guten Freund zu einer Gartenparty an der Straße Ulmenliet nach Bergedorf mitgenommen. Kinder spielen auf dem Rasen. Es gibt Essen, zu trinken. Die Sonne scheint. Mahmud und sein Freund nippen im Garten an einem Bier.

„Wer hält das?“, soll der Freund dann gerufen und in der Hand eine vor Funken sprühende Rakete gehalten haben. Schließlich bekommt Mahmud die Rakete hingehalten. „Wirf sie weg“, soll der Freund dann zu ihm gesagt haben.

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Mahmud hasst Raketen, Böller und Knallzeug. Zu Silvester wechselt er die Straßenseite, wenn vor ihm gezündelt wird. In Syrien wird der Jahreswechsel anders zelebriert. Zuletzt flogen Raketen in seiner Heimat ohnehin nicht bei Feierlichkeiten, sondern nur, um zu zerstören.

Eine dieser Signalraketen zerfetzte Kaoa die linke Hand.

Eine dieser Signalraketen zerfetzte Mahmud die linke Hand.

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Bettina Blumenthal Lokal

„Ich war überrascht und guckte mich um, sah aber nur Kinder und Frauen“, beschreibt Mahmud die Sekunden, bevor er seine Hand verlor. Er habe nicht gewollt, dass jemand verletzt wird, sagt er. „Also hielt ich die Rakete Richtung Boden.“ Es habe dann laut gezischt und eine Explosion gegeben, rosa Nebel wehte ihm in die Augen. „Dann spürte ich meine Hand nicht mehr.“ Seine Finger waren im Gras verteilt.

Später hätten ihm Polizisten im Krankenhaus erzählt, dass es solche Signalraketen nicht im Einzelhandel zu erwerben gibt, sondern nur mit Genehmigung. Hätte er die Rakete an seinen Bauch gehalten, er wäre jetzt vermutlich tot.

Partygäste binden Verletzten mit Hundeleine den Arm ab

„Wir sind alle total betroffen und wollen helfen“, sagt Sabine Pape, 42. Sie war auch auf der Party und will zusammen mit anderen Gästen nun Spendengelder für Mahmud sammeln. „Die Druckwelle war so enorm, es hat in den Ohren gepfiffen.“ Mit einer Hundeleine hätten sie ihm den Arm abgebunden, am Telefon Instruktion zur Erstversorgung von der Feuerwehr bekommen.

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Initiatorin Sabine Pape mit Tochter Michelle (17) und Party-Gästen Katrin Menzi und Angela Timm (v.l.).

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Durch die Spendenaktion, die vom Wohlfahrtsverband Caritas unterstützt wird, soll genügend Geld zusammenkommen, damit Mahmud eine bessere Prothese erhält.

„Mahmud ist unser Held“, sagt Sabine Pape. Die anderen Partygäste pflichten ihr bei. Sie betonen das deshalb so sehr, weil der Syrer nicht nur seine Hand verloren hat, um andere zu schützen, sondern dafür jetzt auch noch im Internet angefeindet wird.

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