Migration, AfD, Russland, Wehrpflicht: Und was hätte Helmut Schmidt jetzt getan?
Am 10. November 2015 starb Altkanzler Helmut Schmidt im Alter von 96 Jahren. Und zehn Jahre nach seinem Tod gibt es viele, die sich nach „Machern“ wie ihm sehnen – vor allem in Anbetracht der vielfältigen Krisen, mit denen sich unsere Politiker herumschlagen und dabei immer häufiger ins Schlingern geraten. Doch wo hätte Schmidt bei den aktuellen Großthemen Migration, Umgang mit der AfD und Russland, Wehrpflicht oder der Reform der Sozialsysteme gestanden? Die MOPO hat sich auf Spurensuche begeben und mit dem Chef der Helmut-Schmidt-Stiftung darüber gesprochen.
Die Sehnsucht nach „Politikertypen“ à la Helmut Schmidt
„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“, „Der Politiker, der sich nach der öffentlichen Meinung richtet, ist kein Staatsmann“: Helmut Schmidt war bekannt für klare Kante, deutliche Worte und Pflichtbewusstsein. Wahrscheinlich sorgen diese Eigenschaften dafür, dass viele Menschen sich in einer Welt voller Krisen nach Politikertypen wie ihm sehnen – und mit der nachdenklichen und bedächtigen Art von Merkel oder Scholz überfordert waren.
Das versteht auch Dr. Meik Woyke, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Helmut-Schmidt-Stiftung, der sich eingehend mit dem ehemaligen Bundeskanzler beschäftigt hat. „Schmidt hat mit seinem bedingungslosen Eintreten für den liberalen Rechtsstaat überzeugt und besaß als Politiker hohe Glaubwürdigkeit. Während der Hamburger Flutkatastrophe 1962 und der Terroranschläge der Roten-Armee-Fraktion im Deutschen Herbst (1977) hat er gezeigt, dass er ein zupackender Krisenmanager ist.“ Zwar bräuchten wir diese Eigenschaften heute mehr denn je, die Realität zeige aber, dass das Vertrauen in die Problemlösungsfähigkeit der Politiker sinke, so der Historiker.
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