Mann tötet Schwester in Bergedorf - Tatort
  • Der Tatort in Bergedorf: In diesem Haus geschah die blutige Tat. (Archivbild).
  • Foto: C. Leimig

80 Mal auf Schwester eingestochen – Zeugin: „Er ist sehr sensibel”

Im Prozess um tödliche Messerstiche auf eine 55-Jährige hat eine Zeugin den mutmaßlichen Täter als sehr empfindsam beschrieben. „Er ist ein sehr, sehr sensibler Mensch“, sagte die Lebensgefährtin des Angeklagten am Mittwoch vor dem Landgericht.

„Es belastet ihn sehr, er wollte das nie“, fügte die 71-Jährige hinzu. Der 54 Jahre alte Angeklagte, der sich wegen des Vorwurfs des Totschlags verantworten muss, soll am Morgen des 17. Februar dieses Jahres mit einem Küchenmesser 80 Mal auf seine Schwester eingestochen haben. Der Deutsche hat die Tat bereits vor Gericht eingeräumt. Der Prozess hatte bereits im August begonnen, musste wegen einer Fristüberschreitung aber neu starten.

Prozess in Hamburg: Angeklagter warf sich vor fahrendes Auto

Die 55-Jährige war am Tatort im früheren Elternhaus der Geschwister im Stadtteil Hamburg-Bergedorf verblutet. Nach den Messerstichen war der 54-Jährige laut Anklage geflüchtet und hatte sich vor ein fahrendes Auto geworfen. Er wurde verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Der Vater fand die Leiche seiner Tochter im Wohnzimmer liegend.

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Wegen des Hauses, das die Geschwister von der Mutter geerbt hatten, soll es immer wieder zu Streitigkeiten gekommen sein. Kurz vor der Tat hatten sie das Haus, in dem der Angeklagte mit Unterbrechungen wohnte, entrümpelt und verkauft. Die treibende Kraft hinter dem Hausverkauf sei das Opfer gewesen, erinnerte sich am Mittwoch der 43-jährige Käufer als Zeuge. Er habe gegenüber gewohnt, doch den Angeklagten kaum gesehen. Das Verhältnis zwischen dem 54-Jährigen und der Verstorbenen sei gut gewesen, „solange er das gemacht hat, was sie wollte“, sagte die 71-jährige Partnerin des Angeklagten. Sie besuche ihn einmal im Monat im Gefängnis und stehe hinter ihm.

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Die beiden Kinder der getöteten Frau treten als Nebenkläger im Prozess auf. „Mir geht es scheiße und auch meinem Bruder geht es sehr schlecht”, sagte die 26-jährige Tochter des Opfers. Dabei sei ihr Verhältnis zum Angeklagten positiv gewesen. „Zu uns war er immer super nett“, erinnerte sie sich. (dpa/ncd)

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