Er prägt Hamburgs Alsterufer: Die Geschichte hinter dem Affenfelsen
Vor rund 50 Jahren bezog der Verlag Gruner+Jahr seinen Neubau an der Warburgstraße und wenig später hatte das „brutalistische“ Gebäude seinen Spitznamen weg: „Affenfelsen“. Noch heute polarisiert der Bau, man liebt ihn oder man hasst ihn. Auf alle Fälle prägt der „Beton-Felsen“ das westliche Alsterufer.
Geplant wurde das Gebäude Ende der 1960er Jahre als „Hotel Sonesta“ mit 600 Betten, die Anrainer waren wenig begeistert. Wirtschaftssenator Helmuth Kern (SPD) fragte sich damals, ob Hamburg neben „Vier Jahreszeiten“ und „Atlantic“ noch ein drittes Luxushotel benötigt.
Stern präsentierte hier die „Hitler-Tagebücher”
Die Hotelpläne verflüchtigten sich, und 1973/74 zog Gruner+Jahr ein. Die Mitarbeiter waren begeistert, es gab riesige Terrassen, auf denen man grillen konnte. Redakteure von „Stern“ oder „Brigitte“ hatten herrlichen Alsterblick.
Im Haus gab es ein Schwimmbad, Empfang und Kantine wurden von Design-Ikone Verner Panton gestaltet. In diesem stylischen Speisesaal traf sich am 25. April 1983 die Weltpresse: Der „Stern“ präsentierte exklusiv die (falschen) Hitler-Tagebücher. 1990 bezog der Verlag seinen Neubau am Baumwall.
Der „Affenfelsen“ wurde zum normalen Bürohaus. Bis heute sitzt hier übrigens der Bauherr, das 1951 gegründete Unternehmen „Robert Vogel“. Chef John Patrick Leyba: „Wir fühlen uns einfach wohl in unserem Affenfelsen.“