Das Ende einer Ära: Er hat jetzt die Macht im Otto-Konzern
Generationenwechsel bei einem der größten Hamburger Unternehmen: Ab dem 1. März 2026 übernimmt Benjamin Otto die strategische Führung der Otto Group. Der 50-Jährige rückt an die Spitze der entscheidenden Kontrollgremien – und prägt damit künftig die Ausrichtung des Konzerns.
Benjamin Otto wird Vorsitzender des Stiftungs- und Gesellschafterrats und hält damit die zentrale Machtposition im Unternehmen. Aus diesen Gremien heraus werden die langfristigen Strategien des internationalen Handels- und Dienstleistungskonzerns festgelegt und überwacht. Mit dem Schritt endet eine Ära: Sein Vater Michael Otto zieht sich nach mehr als fünf Jahrzehnten an der Spitze vollständig aus den operativen und strategischen Ämtern zurück.
Der 82-jährige Michael Otto hatte den einstigen Versandhandel seines Vaters Werner Otto zu einem globalen Konzern mit rund 15 Milliarden Euro Umsatz und etwa 35.000 Beschäftigten aufgebaut. Künftig will sich der Hamburger Ehrenbürger auf seine Stiftungsarbeit konzentrieren und bleibt Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats. Seinem Sohn sprach er ausdrücklich das Vertrauen aus, den Konzern wirtschaftlich erfolgreich und werteorientiert weiterzuführen.
Ziel für Benjamin Otto: Otto Group widerstandsfähig machen
Benjamin Otto gilt als langjährig vorbereiteter Nachfolger. Der Diplom-Betriebswirt baute seit den frühen 2000er-Jahren mehrere Unternehmen auf und stieg 2012 in die Otto Group ein. Dort verantwortete er unter anderem das E-Commerce-Start-up Collins, aus dem später About You hervorging. Seit 2015 sitzt er bereits in zentralen Kontrollgremien des Konzerns.
Inhaltlich setzt Benjamin Otto auf eine tiefgreifende Transformation: Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und technologische Exzellenz sollen die Otto Group widerstandsfähig für eine zunehmend unsichere Welt machen. Dabei versteht er sich weniger als operativer Manager, sondern als strategischer Gestalter aus dem Hintergrund, der Leitplanken setzt und die Umsetzung dem Vorstand überlässt. „Besonders wichtig ist mir, dass langfristiger Erfolg und nachhaltiger Impact ganz im Sinn der Familientradition weiterhin vor kurzfristigem Profit stehen“, erklärte er in einer Pressemitteilung des Unternehmens.
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Veränderungen gibt es auch in den Aufsichtsgremien: Neben neuen externen Mitgliedern zieht auch Janina Lin Otto, Ehefrau von Benjamin Otto, in den Aufsichtsrat ein – so etwas gab es bei Otto in der Form noch nie. Sie ist Unternehmerin, arbeitet seit Jahren mit ihrem Mann eng zusammen und soll ihre Erfahrung künftig in das Kontrollgremium einbringen. (rei)
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