Er folterte in Syrien – und floh dann nach Norddeutschland
Ahmad H. lebte vor seiner Flucht nach Deutschland in Damaskus und war dort Mitglied der syrischen regimezugehörigen „Shabiha-Miliz“. Vor acht Jahren machte er sich auf den Weg nach Europa und wurde in Bremen als Kriegsflüchtling anerkannt, der angeblich in seiner Heimat verfolgt würde. Doch weit gefehlt – er selbst hatte anderen Menschen in Syrien unsagbares Leid angetan. Das Hanseatische Oberlandesgericht verurteilte den 47-Jährigen jetzt zu einer langen Haftstrafe.
Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, im Auftrag des Assad-Regimes Oppositionelle misshandelt und gefoltert zu haben. Während des gesamten Prozesses bestritt Ahmad H. alle Vorwürfe. Das Hanseatische Oberlandesgericht war nach 37 Verhandlungstagen jedoch davon überzeugt, dass der Angeklagte grausame Verbrechen begangen hat.
Geschlagen, erpresst, zu Zwangsarbeit gezwungen
In Damaskus hat er demnach an einem sogenannten Checkpoint willkürlich vor allem junge Männer herausgezogen, von ihnen Geld erpresst, sie geschlagen und zu Zwangsarbeit gezwungen. Er soll auch an Folterungen beteiligt gewesen sein, die seine Opfer nicht selten schwer verletzt nur knapp überlebten. Das Urteil lautet: Wegen Verbrechen an der Menschlichkeit muss der Syrer für zehn Jahre ins Gefängnis. Der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung: „Der Angeklagte war wegen seiner Aggressivität und Brutalität berüchtigt.“
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Per Haftbefehl des Bundesgerichtshofes wurde Ahmad H. am 2. August 2023 festgenommen und saß seitdem im Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis. Der Angeklagte hatte sich immer wieder über seine Haftbedingungen in der U-Haft beschwert. Doch der 47-Jährige erhielt kein Mitleid des Strafsenats. Im Gegenteil, der Vorsitzende Richter hielt dem Kriegsverbrecher entgegen, dass er lieber an seine Mitmenschen in Syrien denken solle, die unter seiner Mitwirkung eingesperrt und gefoltert worden seien.