Hamburg
Endspurt Elbchaussee: Wird Hamburgs Dauerbaustelle rechtzeitig fertig?
Ab Dienstag, 14. Juli wird die Elbchaussee kurzfristig wieder für Autofahrer geöffnet, dort herrscht gerade Endspurt.
Bagger, die geschäftig durch die Gegend fahren, hohe Sandhaufen und ein immenser Lärm: Seit fast anderthalb Jahren hat sich die Elbchaussee (mal wieder) in eine Baustelle verwandelt, zum Ärger vieler Autofahrer und Anwohner. In knapp zwei Wochen soll die Straße jetzt für kurze Zeit wieder geöffnet werden – aber kann das wirklich klappen?
Punkt 6 Uhr geht es an der Elbchaussee jeden Morgen los: Bereits seit März 2025 sind die Arbeiter damit beschäftigt, den Abschnitt zwischen Rathaus Altona und Hohenzollernring komplett zu erneuern: Das beinhaltet nicht nur neue Radwege und den Fahrbahn-Asphalt, sondern vor allem die mehr als 100 Jahre alten Wasserrohre sowie Strom-, Gas- und Glasfaserleitungen.
Bauarbeiten auf der Elbchaussee werden für Sternbrücke unterbrochen
Eigentlich sollte die Vollsperrung bereits im Januar oder Februar dieses Jahres wieder aufgehoben werden – doch die Bauarbeiten verzögerten sich unter anderem aufgrund des kalten Winters. Das bedeutet weiterhin fast jeden Tag Baulärm für die Anwohner, seit Kurzem sogar samstags.
Denn schon in etwas mehr als zwei Wochen, ab dem 14. Juli, muss die Elbchaussee wieder in beide Richtungen für Autos freigegeben werden. Grund dafür ist der Abriss der alten und der Einhub der neuen Sternbrücke an der Kreuzung Stresemannstraße/Max-Brauer-Allee. Letztere muss dafür vom 16. Juli bis zum 2. September komplett gesperrt werden – und der Umleitungsverkehr dann über die Elbchaussee fließen.
So geht es weiter an der Baustelle auf der Elbchaussee
Kann das wirklich klappen? Aktuell ist die Straße noch so aufgerissen, wie die letzten Monate zuvor. Das liegt daran, dass die Straße nach den Leitungsarbeiten jetzt zunächst komplett „ausgekoffert“, das heißt ausgehoben, werden muss. So wird Platz für den neuen Asphalt geschaffen, der in vier Schichten aufgetragen wird.
Diese mehrfachen Schichten sind laut der Verkehrsbehörde nötig, damit die Straße tragfähig, frostbeständig und langfristig nutzbar wird. Zunächst wird die sogenannte „Tragschicht“ in zwei Lagen eingebaut, die die Kräfte abpuffert, die durch den Verkehr entstehen. Darüber kommt die „Bindeschicht“, die für besonders stark befahrene Straßen genutzt wird. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich auch unter hohen Belastungen nicht verformt.
Sind diese drei Schichten fertig, wird die Fahrbahn mit gelben Markierungen provisorisch beklebt und kann ab dem 14. Juli wie geplant befahren werden, heißt es optimistisch aus der Behörde.
Elbchaussee-Abschnitt bleibt noch bis Ende des Jahres eine Baustelle
Ist die neue Sternbrücke an ihrem Platz, wird die Elbchaussee ab dem 2. September dann wieder für Autos gesperrt. Dann werden final die Rad- und Fußwege ausgebaut und die vierte und letzte Asphaltschicht aufgeschüttet. Diese sogenannte „Deckschicht“ sorgt unter anderem für Lärmreduktion. Wie lange das genau dauert, kann man in der Behörde noch nicht genau vorhersagen, die Einschränkungen für Anwohner sollen allerdings in dieser letzten Phase deutlich geringer ausfallen.
Damit ist die Dauerbaustelle Elbchaussee aber noch lange nicht Geschichte: Vor rund einem Monat haben bereits die Arbeiten auf dem nächsten Abschnitt zwischen Hohenzollering und Parkstraße begonnen. Erst im Jahr 2030 soll die insgesamt 8,6 Kilometer lange Elbchaussee voraussichtlich komplett umgebaut und saniert sein.
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