Eltern unter Druck: So viele Kitaplätze fehlen in Hamburg und im Norden
Ein Kitaplatz ist für viele Eltern im Norden eine wichtige Weichenstellung – doch oft scheitert es schon daran, überhaupt einen Platz zu finden. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt nun, wie groß die Versorgungslücken in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern tatsächlich sind.
In Hamburg gehen in diesem Jahr rund 4700 Kinder unter drei Jahren leer aus. Das entspricht 8,9 Prozent der Familien mit Betreuungsbedarf. Im bundesweiten Vergleich liegt Hamburg damit im Mittelfeld – und deutlich besser als viele westdeutsche Flächenländer wie Nordrhein-Westfalen (18 Prozent) oder Bremen (18,9 Prozent).
Fast 15.000 Kitaplätze fehlen in Hamburg und Schleswig-Holstein
In Schleswig-Holstein sieht es noch angespannter aus: 9300 Kitaplätze fehlen, also 13,4 Prozent der Kinder mit Bedarf. Auch hier zeigt sich der bekannte West-Ost-Graben: Während im Westen bundesweit 15,6 Prozent der unter Dreijährigen keinen Platz bekommen, sind es im Osten nur 7,3 Prozent.
Besonders auffällig: Mecklenburg-Vorpommern bildet das Schlusslicht – im positiven Sinne. Nur 4 Prozent der Kinder ohne Betreuungsplatz gelten als Versorgungslücke. Laut IW ist das bundesweit der niedrigste Wert. Rund 1200 Plätze fehlen dort noch.

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Die niedrige Zahl hat allerdings einen Hintergrund: Die Zahl der unter Dreijährigen ist im Osten seit 2019 um fast 20 Prozent zurückgegangen. Das Institut prognostiziert deshalb, dass in MV und anderen ostdeutschen Ländern künftig sogar Kita-Kapazitäten abgebaut werden müssen – allerdings so, dass Gebäude später wieder reaktiviert werden können, etwa als Jugendtreffs oder Vereinsräume.
IW: Kita-Besuch entscheidend für Bildungschancen
Laut Studie fehlen bundesweit rund 300.000 Kitaplätze für unter Dreijährige. Insgesamt haben 14,2 Prozent der Familien mit Bedarf keinen Platz. In die Berechnung flossen sowohl Daten des Statistischen Bundesamts als auch Elternbefragungen ein.
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Bildungsökonom Wido Geis-Thöne warnt zudem vor Qualitätsproblemen. Gerade im Osten seien Gruppen oft zu groß. Besonders Kinder aus bildungsfernen Haushalten seien jedoch auf frühkindliche Förderung angewiesen: „Der Kita-Besuch ist entscheidend für den weiteren Bildungsweg.“ (dpa/apa)
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