Eltern und Schüler frustriert: Hamburg verschiebt Umzug in Neubau zum fünften Mal
Bereits vor vier Jahren wurde das neue Gymnasium Rotherbaum gegründet. Doch bis heute ist das Schulgebäude nicht fertiggestellt. Selbst ein Teilumzug ins Haupthaus wurde jetzt ganz kurzfristig gestoppt. Eltern und Schüler sind frustriert. Wie kann die Renovierung eines Gebäudes mehr als vier Jahre dauern?
Wenn das neue Schuljahr im August beginnt, dann werden mittlerweile schon die Klassen 5 bis 9 aufgewachsen sein, insgesamt rund 400 Jungen und Mädchen, plus Lehrer und anderes Personal gehören zur Schule. „Doch wir dürfen immer noch keine Schulgemeinschaft sein“, heißt es vom Elternrat des Gymnasiums Rotherbaum, das 2021 neu gegründet wurde und die ersten Schüler aufnahm.
Gymnasium Rotherbaum: Eltern und Schüler protestieren
Weil am wunderschönen historischen Hauptgebäude an der Bundesstraße 58 immer noch renoviert wird, sind die Schüler laut Elternrat auf fünf verschiedene Standorte verteilt. Im August 2021 waren die ersten 5. Klassen „übergangsweise“ im Fröbelhaus in der Bundesstraße 41 gestartet.
Das wunderschöne um 1910 errichtete Backsteingebäude, das eigentlich nach den Ferien wenigstens zum Teil fertig sein sollte, ist dem Stil des hamburgischen Bürgerhauses des 19. Jahrhunderts nachempfunden und steht unter Denkmalschutz. Auf der Schul-Homepage heißt es: „Um den Anforderungen an ein modernes Gymnasium gerecht werden zu können, erfolgen hier umfangreiche Umbauarbeiten.“
Aber laut Elternrat wurde jetzt der Umzug von einem Teil der Schüler ins neue Hauptgebäude bereits zum fünften Mal verschoben. Sie sind mit ihrer Geduld am Ende und wollen morgen am Dienstag ab 10 Uhr vor den Schulstandorten protestieren. Besonders verärgert sind die Betroffenen davon, dass die Absage des Umzugs nun so kurzfristig erfolgte. „Nur einen Monat vor dem Teilumzug von 200 Schüler:innen, acht Schul-Klassen, in das zumindest halb fertige Haupthaus. Dass diese Nachricht uns eine Woche vor Beginn der Sommerferien mitgeteilt wird, lässt uns hier alle fassungslos zurück“, heißt es in einer Stellungnahme.
„Welche Konsequenzen hat dieses maßlose Versagen für Schulbau Hamburg und die Bildungspolitik in der Stadt?“, wollen die Eltern wissen.
Die Schulbehörde verweist bei dem Thema auf Schulbau Hamburg, die zuständig sind. Die Antwort von Schulbehördenspercher Peter Albrecht lässt tief blicken: „Wir als Bildungsbehörde bedauern die erneute Verzögerung sehr und können die Verärgerung der Schulgemeinschaft nachvollziehen.“
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Schulbau Hamburg erklärt in einem Schreiben an die Schulöffentlichkeit die kurzfristige Absage: „Die kurzfristige Mitteilung resultiert daraus, dass längst alle Hebel in Bewegung gesetzt wurden, um den Bezug der neuen Räumlichkeiten doch noch zu realisieren.“ Wer sich das völlig eingerüstete Gebäude ansieht, wundert sich aber doch, dass es nach den Ferien teils bezugsfertig sein sollte. Die Verzögerungen werden mit dem Denkmalschutz erklärt und damit, dass die Planungen für die Brandmeldeanlage und die Sicherheitsbeleuchtung verändert werden mussten.
Nun soll nach den neuen Planungen der erste Bauabschnitt zumindest zum Jahreswechsel fertig werden, so dass die Klassenstufen sieben bis neun dann einziehen können. Bis dahin müssen sie in Räumen der Beruflichen Schule an der Schlankreye unterrichtet werden. Gegessen wird weiterhin teils in der Kantine des Kaifu-Gymnasiums. Die Klassen fünf und sechs bleiben zunächst am alten Standort.
Weitere Teile wie Sporthalle, Mitteltrankt und Kopfbau werden im Sommer 2026 fertig. Was auch bedeutet, dass ein Teil der Jungen und Mädchen während der Bauphase bereits vor Ort lernen.