Elend in Hamburger City: Jetzt muss die Kita sogar mit Stacheldraht gesichert werden

Zaun mit Stacheldraht
Der Außenbereich der Elbkinder-Kita Greifswalder Straße ist seit Freitag mit Nato-Draht gesichert

Der Zaun sieht aus, als wäre dahinter ein Gefängnis, dabei spielen dort Kinder: Das Außengelände der Elbkinder-Kita Greifswalder Straße in St. Georg, ohnehin schon von hohen Zäunen umgeben, ist neuerdings zusätzlich mit Stacheldraht gesichert – Zeichen für die Zustände in dem Stadtteil am Hauptbahnhof, die viele Anwohner schon seit Monaten unerträglich finden.

Bereits im Sommer hatten Anwohner Alarm geschlagen, in einem Brandbrief an mehrere Behörden schlimme Zustände in dem Quartier geschildert: Gruppen von Drogensüchtigen würden direkt vor den Wohnhäusern und zwischen parkenden Autos „lagern“, ständig gebe es Geschrei, Menschen würden ihr großes und kleines Geschäft schamlos in der Öffentlichkeit verrichten.

Schild Kita Greifswalder Straße
Die Kita Greifswalder Straße in St. Georg muss ihr Gelände nun zusätzlich mit Stacheldraht sichern

Auch vor der Kita Greifswalder Straße würde sich eine „gefühlt stetig wachsende Zahl“ von Abhängigen aufhalten, sogar schon vor Kita-Beginn. Das sei unzumutbar für die Kleinen. Noch vor einigen Jahren hatte die Kita eine Begrünung an der Backsteinmauer, liebevoll gepflegt von einem Nachbarn. Inzwischen seien die Pflanzen abgemäht, stattdessen kamen Zäune auf die Mauer, wie bei einem „Sicherheitstrakt“, hieß es damals. Die Nachbarschaft sei sauer, die Situation sei aus dem Ruder gelaufen, man fühle sich allein gelassen.

Unbefugte Personen auf dem Kita-Gelände

Tatsächlich scheint die Situation inzwischen so schlimm, dass die Gitter nun auch noch zusätzlich mit Stacheldraht gesichert wurden. „In der Kita Greifswalder Straße kam es immer wieder einmal vor, dass Personen nachts unbefugt das Gelände betraten“, erklärt Kartrin Geyer, Sprecherin der Elbkinder Kitas auf MOPO-Nachfrage: „Eine Erhöhung der Mauer stellte sich als nicht ausreichend heraus, so dass, als präventive Maßnahme, nun zusätzlich der Stacheldraht zum Schutz des Geländes angebracht wurde. Auch die Kita-Aufsicht der Stadt Hamburg befürwortet dieses Vorgehen.“

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Naheliegend ist, dass der zunehmende Drogenkonsum in den Wohnstraßen von St. Georg eine Folge der Verdrängung der Drogenszene vom Hauptbahnhof ist. Besonders Crack-Konsumenten erleben eine blitzartig schnelle Verelendung. Für Entlastung soll bald das Hochhaus an der Repsoldstraße beim Bahnhof sorgen, das die Stadt gekauft hat und zu einem Anlaufpunkt für Drogenabhängige ausbauen will. Im Frühjahr 2025 sollen dort als Sofortmaßnahme 30 Notschlafplätze entstehen.