Bauhaus in Lurup

Der Bauhaus-Baumarkt in Lurup verkauft jetzt Dachriesel, eine Art Kies, als Ersatz für Streusalz. Foto: Arist von Harpe

Eisige Temperaturen: Kann man einfach mit normalem Salz streuen?

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Glatte Straßen, vereiste Gehwege und Treppen stellen derzeit viele Hamburgerinnen und Hamburger vor Probleme. Um die Sicherheit im öffentlichen Raum zu erhöhen, darf vorübergehend wieder mit Streusalz gestreut werden. Die MOPO erklärt, welches Salz geeignet ist und wo man es bekommt.

Wegen der heftigsten Schneefälle in Hamburg seit 15 Jahren und der wechselnden Tau- und Frostzeiten hat die Verkehrsbehörde das Verbot von Streusalz auf Gehwegen und Nebenflächen vorübergehend aufgehoben. Diese Ausnahmeregelung gilt bis zum 21. Januar 2026 und ermöglicht es Hamburgerinnen und Hamburgern, klassisches Tausalz zu verwenden, um vereiste Gefahrenquellen zu beseitigen. Aber Salz ist nicht gleich Salz.

Kann Haushaltssalz verwendet werden?

Grundsätzlich ja, auch normales Speisesalz kann zum Streuen verwendet werden. Die Allgemeinverfügung erlaubt ausdrücklich die Nutzung von „klassischem Tausalz“, wozu auch Speisesalz (Natriumchlorid) zählt.

Achtung: Im Unterschied zu professionellem Streusalz eignet sich Haushaltssalz aber nur bei Temperaturen bis ca. –10°C zum Streuen, danach lässt die auftauende Wirkung nach. Während Speisesalz ausschließlich aus Natriumchlorid besteht, ist professionelles Streusalz in der Regel gröber gekörnt, feuchtebeständiger und teilweise mit Zusätzen versehen, die ein Verklumpen verhindern oder die Auftauwirkung bei tieferen Temperaturen verbessern. Dadurch bleibt Streusalz unter winterlichen Bedingungen oft länger und zuverlässiger wirksam als Haushaltssalz.

Wo bekomme ich Streusalz her?

Herkömmliches Streusalz wird in praktischen 25-kg-Säcken in den meisten Baumärkten verkauft. Die Baumärkte im Hamburger Raum stoßen allerdings bereits an ihre Bestandsgrenzen. So sagte ein Mitarbeiter des Bauhaus-Baumarktes in Lurup der MOPO: „Wir haben seit Freitag kein Streusalz mehr.“ Auch Hornbach und OBI sind weitestgehend leergeräumt.

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Wer nun auf Speisesalz ausweichen will, wird enttäuscht: Hier gehen die Preise pro 25kg von rund 14,50 Euro (Aldi Nord) rauf bis 39,50 Euro (Edeka). Immerhin ist aber noch Bestand vorhanden.

Tjarks: Streuen in Maßen und an Gefahrenstellen

Trotz der Erlaubnis bittet Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) alle Hamburgerinnen und Hamburger, „Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen und maßvoll Gebrauch vom Tausalz zu machen.“ Das ist wichtig, da Salz schädigende Auswirkungen auf Pflanzen, Böden und Grundwasser haben kann. Verwenden Sie das Salz daher nur in geringer Menge bei extremen Vereisungen und ausschließlich an Gefahrenstellen.

Normalerweise ist das Streuen von Salz auf Gehwegen in Hamburg aus Umweltschutzgründen nicht erlaubt. In anderen Wintern werden typischerweise alternative Streumittel wie Sand, Asche, Splitt oder Granulat verwendet.

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Außerdem sind Anlieger weiterhin zur Schneeräumung verpflichtet. Laut Hamburger Wegegesetz müssen Gehwege werktags bis 8.30 Uhr und an Sonn- und Feiertagen bis 9.30 Uhr von Schnee und Eis befreit sein. Bei Verstößen gegen die Räum- und Streupflicht drohen Bußgelder in Höhe von 150 Euro.

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