Ein Weihnachtsbaum als Gruselmonster: Hamburger Kinderbuchautorin überrascht Fans
Eigentlich hat so ein schön geschmückter Weihnachtsbaum ja etwas Heimeliges. Nicht so im neuen Kinderbuch von Cornelia Funke. In „Gespensterjäger und der Weihnachtsspuk“ wird der nämlich zu einem schrecklichen Gruselmonster, das Menschen schrumpfen und erstarren lassen kann.
24 Jahre nach dem vierten Band der erfolgreichen Kinder- und Jugendbuchreihe bekommen die Geisterjäger Tom Tomsky, Hedwig Kümmelsaft und Gespenst Hugo mal wieder alle Hände voll zu tun.
Neues Buch von Cornelia Funke: Bei der Gespensterjagd lesen lernen
Dass die in der Toskana lebende Hamburgerin diesen Figuren so viele Jahre später wieder Leben eingehaucht hat, liegt auch an der vielen Post von Kindern und Lehrern, die sie immer wieder bekommt. „Die zeigten, wie lebendig die Bücher noch sind und dass besonders auch Kinder, die eigentlich nicht gern lesen, sehr gern mit meinen Helden auf Gespensterjagd gehen“, sagt die 67-Jährige. Deshalb hatte sie zunächst die Idee, ein Handbuch für Gespensterjäger zu schreiben.

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„Das hat meinen Helden vermutlich die Tür aufgemacht. Kurze Zeit später saß ich auf meinem Sofa, umgeben von Weihnachtsdekoration – womit ich es immer sehr übertreibe, als ich plötzlich denke: „Oh, ich glaub‘, es gibt da einen Spuk, der aussieht wie ein Weihnachtsbaum und Leute in Weihnachtsbaumschmuck verwandelt! Es war sofort klar, dass ich die Geschichte aufschreiben musste.“
Cornelia Funke: „Ich musste die Geschichte aufschreiben“
Dabei sei es ihr überhaupt nicht schwergefallen, wieder mit ihren Helden zu fühlen. Im Gegenteil, es habe sich angefühlt, „als hätte ich Kümmelsaft und Co. erst vor ein paar Tagen in Hedwigs Wohnung getroffen und nicht vor vielen, vielen Jahren.“
Im fünften Band muss das Gespensterjäger-Team den spukenden Weihnachtsbaum mit den roten Augen und spitzen Klauen auch deshalb unbedingt aufhalten, weil er ausgerechnet Toms Familie geschrumpft hat.

Funke lässt dabei auch viele andere Geister und Wesen durch die Geschichte fliegen und springen. Dank ihrer bildhaften Sprache und der schönen Illustrationen von Franziska Blinde taucht man beim Lesen leicht in die Geschichte ein und lässt sich gern mitreißen.
Und natürlich hat Cornelia Funke auch wieder viele unterhaltsame Bezeichnungen und Abkürzungen ersonnen. Ob AMATS-Orden (Außergewöhnlicher Mut im Angesicht Tödlicher Spukarten), MUG (Mittelmäßig unheimliches Gespenst), WBS (WeihnachtsBaumSpuk), SPEG-Melder (SPuk-EnerGie-Melder) oder VAG (Vereinigung Aller Gespensterjäger) – da ergibt ein Extra-Handbuch für die Reihe durchaus Sinn.
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Die ersten vier Bücher sind dem Loewe-Verlag zufolge mehr als 1,5 Millionen Mal verkauft worden. Band 1 wurde mit Anke Engelke, Christian Tramitz und Karoline Herfurth verfilmt und kam 2015 in die Kinos. Funke macht zudem Hoffnung auf eine literarische Fortsetzung: „Ich will (…) noch ein Gespensterjägerbuch schreiben“.
Funke wollte in einer Kathedrale einem Geist begegnen
Cornelia Funke hatte schon als Kind eher keine Angst vor Gespenstern. „Ich glaub‘, ich bin eher der Hedwig-Kümmelsaft-Typ und beneide alle die, die mir von Begegnungen mit Geistern erzählen.“ Und davon gebe es erstaunlich viele. „Ich wollte mich sogar mal in der Kathedrale von Salisbury nachts einschließen lassen, um dort endlich selbst einem Geist zu begegnen, aber leider ist da was dazwischengekommen.“ (dpa/mp)
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