Ein spektakulärer Überfall machte diese Straße im Schanzenviertel berühmt
So viel Abwechslung auf so wenig Raum – das ist typisch für die Susannenstraße im Schanzenviertel. Tagsüber laden zahlreiche Läden zum Shoppen ein, abends verwandelt sich die Straße in ein Ausgehviertel. Darüber hinaus war die Susannenstraße vor rund 100 Jahren Schauplatz eines spektakulären Postraubs.
Essen aus aller Welt
Türkisch, Indisch, Koreanisch, Afghanisch oder Deutsch – die Auswahl ist groß, die Entscheidung ist nicht leicht. Heute Mittag fällt die Wahl auf Asia Unique, eher ein Imbiss als ein Restaurant mit Spezialitäten aus Nepal und Thailand. Gut besucht, freundlicher Empfang. „Wenn es nicht schmeckt, gibt es das Geld zurück“, lächelt Inhaber Thanesor Lamichhane.
Er kommt aus Nepal und weiß, dass das so gut wie nie passiert, denn es schmeckt hier augenscheinlich allen Gästen ausgezeichnet. Noch dazu ist das Essen nicht nur gut, sondern auch günstig – eine Tom Kha Gai (Kokosmilchsuppe) mit Reis und Huhn gibt es mittags schon für sieben Euro, weitere Gerichte kosten um die 12 Euro. Wer einen Platz am Fenster ergattert, kann beim Essen das Leben auf der Straße beobachten. Zu sehen gibt es hier immer etwas. Echtes Leben, besser als jedes TikTok-Video.
Shoppen in allen Farben
So kurz die Straße ist, so vielfältig sind nicht nur die Einkehr-, sondern auch die Einkaufsmöglichkeiten. Schöne Kleidung in skandinavischem Stil finden Stadtbummlerinnen bei Fräulein Wunder oder bei Kauf Dich glücklich. Krimskrams, Geschirr und Dekoobjekte in allen Farben und Formen leuchten und glitzern bei Santa Susanna. Ein bunter Becher, ein kleiner Kronleuchter, Gläser, Ketten und Taschen – kaum jemand, der die Läden ohne ein kleines Geschenk für Freunde oder um Eigenbedarf wieder verlässt. Besondere Wohnobjekte, Kosmetiktaschen oder Badaccessoires und fair gehandelte Mode gibt es bei Tranquillo. Da könnte man glatt schon mal die ersten Weihnachtsgeschenke besorgen.
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Post mit Geschichte
Das historische Gebäude mit der Nr. 28 war früher die Postfiliale Nr. 6 in Hamburg. Das Haus steht heute unter Denkmalschutz, eine Post gibt es hier schon lange nicht mehr. Auch weist nichts auf die Geschichte des Gebäudes hin, obwohl sie spektakulär ist. Im September 1920 planten Julius Adolf Petersen, der „Lord von Barmbeck“ und seine Komplizen einen Überfall auf das Postamt. Geld brauchte der wegen seiner eleganten Kleidung als Gentleman-Einbrecher bekannt gewordene Petersen vor allem, um seiner anspruchsvollen Freundin Helmi jeden Wunsch erfüllen zu können.
Beim Einbruch in der Susannenstraße hatten die Diebe leichtes Spiel, denn der einzige Nachtwärter war mehr mit seiner Freundin als mit dem Bewachen des Gebäudes beschäftigt und hörte nicht, wie die Bande das Kellerfenster aufbrach. Als das Mädchen das Gebäude verlassen hatte, sperrten die Diebe den verdutzten Nachtwächter mit dem Versprechen, dass ihm nichts geschehen würde, in einen Kleiderschrank und räumten den Geldschrank leer. Sie erbeuteten die damals sagenhafte Summe von 221.000 Mark in Bargeld und 335.000 Mark in Briefmarken.
Abends ausgehen
Eine gute Grundlage für einen Barbesuch am Abend liefert die deutsche Küche in „Omas Apotheke“, eine gemütlich-rustikale Kneipe. Für weitere Drinks und Cocktails kann man entweder gleich hierbleiben oder weiterziehen zum Beispiel ins Nosh.