Die Stadtreinigung hat zehn Mitarbeitende für die Reinigung des Phoenix-Viertels.

Die Stadtreinigung hat allein zehn Mitarbeitende für die Reinigung des Phoenix-Viertels. Foto: Bettina Blumenthal

Hamburger Hausmeister packt aus: „Ich wurde sogar mit Müll beworfen“

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Müllferkel laden in Steilshoop oder im Phoenix-Viertel (Harburg) ihre Sofas, Lattenroste oder auch volle Mülltüten einfach in den Wohnanlagen oder an der Straße ab. Nachdem die MOPO darüber berichtete, hat sich ein Hausmeister gemeldet und erzählt, was er im Job mit Müllferkeln erlebt hat – und warum er bei einigen Tätigkeiten vorsichtshalber einen Helm trug.

„Ich war 30 Jahre lang Hausmeister in großen Wohnanlagen in Hamburg“, sagt Peter Rüther (Name geändert). Heute ist er Rentner und schildert, wie dreist sich einige Mieter ihres Mülls entledigen. „Ich habe Anlagen betreut, in denen Mieter ihre Mülltüten jeden Tag ins Treppenhaus geworfen haben“, so Rüther. „Ich musste dann mit einer Schubkarre den ganzen Dreck einsammeln.“ Wegzuputzen, was andere achtlos weggeworfen hatten, habe jeden Morgen eine ganze Stunde seiner Zeit gekostet.

Hausmeister packt aus: Täglich Müllsäcke im Flur

Rüther war in einigen Wohnquartieren auch für die Grünanlagen zuständig. „Wenn ich den Garten betrat, um Rasen zu mähen, musste ich einen Bauhelm tragen, weil Mieter mir von den Balkonen Dosen oder andere Sachen auf den Kopf warfen.“ Warum? „Einfach, weil sie Ruhe haben wollten und das Mähen ihnen zu laut war.“

Es seien aber auch größere Sachen von den Balkonen und aus den Fenstern geflogen. „Das habe ich mit eigenen Augen gesehen“, so der Ex-Hausmeister. Das hatte auch der CDU-Abgeordnete Sandro Kappe in der MOPO geschildert. Er hatte selbst gesehen, dass Gegenstände aus dem 8. Stock eines Wohnblocks in Steilshoop flogen.

Beim Rasenmähen mit Dosen vom Balkon beworfen

Bei einigen großen Wohnanlagen, in denen der Hausmeister beschäftigt war, „fuhren Leute im Pkw oder im Sprinter vor, und warfen ihren Müll einfach auf das Gelände.“ Die Kosten für diese Müllbeseitigung durch die Hausmeister und auch die Sperrmüllabfuhr durch die Stadtreinigung wurden zu seiner Zeit in der Regel auf alle Mieter umgelegt. „Das sieht das Mietrecht nun mal vor.“

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Die Kosten müssten meist alle tragen, wenn der Verursacher nicht ermittelt werden könne. Und auch wenn die Müllferkel erwischt würden, gebe es nicht immer Strafzahlungen. „Etwa wenn das Sozialamt die Miete zahlt. Welchen Sinn hätte da eine Geldstrafe?“, fragt Rüther.

Heute wohnt der Rentner in Winterhude. Selbst jetzt im Ruhestand lässt das Thema Müllferkel ihn nicht in Ruhe. „Da kommen manchmal Typen von irgendwo und wollen ihren Müll bei uns in den Hof werfen“, schildert er. „Dann gibt es heftige Konfrontationen. Schließlich müssen wir das sonst bezahlen.“

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