Ein grauer Stadtteil bekommt Gute-Laune-Farben
Auf den ersten Blick ziemlich trist, überrascht die Hammerbrookstraße in einem Viertel im Wandel zwischen Süderstraße und Kurt-Schumacher-Allee mit Hinguckern an ungewöhnlichen Orten. Die Dauerbaustellen auf der Hammerbrookstraße sind nahezu abgeschlossen. Neue Übergänge und Fahrspuren machen die Straße, die sich als Nord-Südverbindung durch Hammerbrook zieht, für Radfahrer und Fußgänger sicherer. Auch wenn das gesamte ehemalige Wohnviertel bei schweren Luftangriffen im Juli 1943 in Schutt und Asche gelegt und später neu aufgebaut wurde, gibt es entlang der von modernen Büro- und Verwaltungsgebäuden gesäumten Straße sehenswerte Überraschungen. Hier sind sie:
Historischer Hof
Der denkmalgeschützte Industriehof in der Hammerbrookstraße 93 mit der roten Backsteinfassade aus dem Jahr 1906 gehört zu den wenigen erhaltenen historischen Gebäuden in Hammerbrook. Heute haben hier Firmen und Agenturen ihren Sitz. Das täglich außer sonntags geöffnete Restaurant Alitalia ist schon seit 25 Jahren vor allem zur Mittagszeit ein beliebter Treffpunkt – Industrie-Charme inklusive.
Kaffee, frisch geröstet
Den Espresso nach dem Essen kann man entweder direkt im Alitalia bestellen oder ein paar Schritte weiter in der Maya Kaffeerösterei (Hammerbrookstraße 75, Mo-Fr 7 bis 18 Uhr). Während es sich die Gäste auf den mit ehemaligen Kaffeesäcken bezogenen Sesseln im geräumigen Café oder draußen vor der Tür gemütlich machen, können sie zuschauen, wie Mitarbeiter die Bohnen rösten. Die kommen in ausgezeichneter Bio-Qualität vorzugsweise aus Mittel- und Südamerika.
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Bahnhof in Rot
Ein Hingucker in Knallrot ist der weithin sichtbare, auf einem Viadukt gebaute S-Bahnhof. Das langgestreckte Gebäude aus den 1980er Jahren erinnert an einen fahrenden Zug und wurde 2022 unter Denkmalschutz gestellt.
Bunter Beton
Für Farbe in weitgehend trister Umgebung gehören auch die im Rahmen des Projektes „Stationen der Künste“ ehemals betongrauen Säulen an der S-Bahn-Station. Die ersten bunten von insgesamt 40 Säulen hat Julia Benz gestaltet, weitere farbenfrohe Säulen-Werke stammen vom UrbanArt-Künstler Tasek und sorgen seit zwei Jahren unter dem S-Bahnhof für gute Laune. Eine gelungene Metamorphose – mehr davon! Noch sind viele graue Säulen unter dem Viadukt zur Umgestaltung frei.
Wasser, Bäume, Boote
Wer Grün sucht, hat es in dieser Umgebung nicht leicht, aber es gibt Hoffnung! Entlang des Mittelkanals lässt es sich fernab vom Straßenverkehr am Wasser sitzen, Bäume wachsen am Ufer, Radfahrer sind auf dem Weg in die nahe City, Hausboote ankern am Kai, Büroangestellte sitzen auf den Treppenstufen und lassen sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Die geplante Zukunft dieses Viertels vom reinen Bürostandort zum attraktiven Wohnort, vor allem für junge Familien, mit mehr Wohnungen, Bäumen und Grünflächen, scheint auf einmal sehr gut vorstellbar.