„Egal wie leer die Kassen sind“: Vizekanzler Klingbeil gibt Hamburg Olympia-Garantie
Wie teuer wird der Spaß – und wer zahlt am Ende? Die hohen Kosten für Olympische Spiele sind für viele Hamburger ein entscheidendes Kriterium, wenn es um das laufende Referendum über eine Bewerbung der Stadt geht. Auf der Mega-Messe „OMR“ hat Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) am Mittwoch garantiert, dass der Bund sich an den olympischen Kosten beteiligen werde – und zwar „egal wie leer die Kassen sind“.
Mit Olympia wird viel verbunden: ein gigantisches Sportspektakel, aber auch hohe Investitionen. Die große Hoffnung im Senat: Der Bund finanziert nebenbei nötige Infrastruktur in Hamburg mit, ob Wohnungsbau im olympischen Dorf oder die Modernisierung des Hauptbahnhofs. Aber auch wenn es um die Sicherheit geht, wäre der Bund gefragt.
Bislang kalkuliert die Stadt mit Olympia-Kosten in Höhe von 4,8 Milliarden Euro. Dem stehen Einnahmen in Höhe von 4,9 Milliarden Euro gegenüber – unterm Strich bleibt also ein kleiner Gewinn. Diese Rechnung sei „sehr konservativ“, erklärte Sportsenator Andy Grote (SPD) Anfang April.
Olympia in Hamburg: Das sollen die Spiele kosten
Allerdings: Hier sind bereits 200 Millionen Euro Bundeszuschuss eingerechnet. Und: In den 4,8 Mrd. Euro sind die Kosten für die Durchführung der Spiele enthalten, also etwa Unterbringung der Athleten, Eröffnungs- und Abschlussfeier, Sicherheitsmaßnahmen, die Errichtung des olympischen Dorfs oder temporärer Sportstätten.
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Aber: Infrastrukturkosten wie etwa ein Umbau des Hauptbahnhofs finden in der Rechnung nicht statt, ebensowenig der Neubau eines Volksparkstadions.
2015 scheiterte das Referendum in Hamburg unter anderem an der Finanzierungsfrage. Der Bund gab keine bindende Zusage, am Ende stimmten die Hamburger gegen eine Bewerbung. Jetzt läuft das Referendum noch bis zum 31. Mai. Und Klingbeil verspricht, die Stadt nicht im Regen stehen zu lassen.
Klingbeil gibt Finanzgarantie für Olympia in Hamburg
„Ich habe als Finanzminister eine Garantie für die Olympischen Spiele gegeben. Egal wie knapp die Kassen sind: Wir können das mitfinanzieren“, so Klingbeil am Mittwochnachmittag auf der Hauptbühne der „OMR“ in den Messehallen. „Das tun wir nicht alleine. Aber wir können unterstützen.“
Zugleich kritisierte Klingbeil die „Verzagtheit“ derer, die generell gegen Großereignisse sind. „Das hat unserem Land immer gut getan, egal ob Olympische Spiele, ob Fußball-Welt- oder Europameisterschaft. Deshalb unterstützen wir das als Bundesregierung. Wir wollen Olympische Spiele haben!“, erklärte Klingbeil unter Applaus. „Die Garantie, dass die Bundesregierung das unterstützt, die habt ihr.“ Was und wie viel genau der Bund mitfinanzieren würde, sagte der Minister allerdings nicht.
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