E-Busse zu teuer: Hochbahn ändert Strategie – und setzt auf Frittenfett
Sie sind leise und nachhaltig – allerdings immer noch sehr teuer in der Anschaffung: Hamburgs E-Busse. Deshalb hat die Hochbahn jetzt die Strategie gewechselt, um ihre Busse umweltbewusster zu machen. Die Lösung: Frittenfett! Wie das funktionieren soll und was hinter der neu gedachten „Risikoreserve“ steckt.
363 E-Busse schnurren aktuell für die Hochbahn durch Hamburgs Straßen, das entspricht knapp über einem Drittel der gesamten Flotte. Das Ziel lautete bislang, bis 2030 nur noch elektrische Busse in Betrieb zu haben.
Elektrobusse sind immer noch viel teurer als Dieselbusse
Doch das ist schwieriger, als gedacht: „Die Elektrobusse sind immer noch das zweieinhalb bis dreifache teurer als die Fahrzeuge mit Dieselmotoren“, erklärte Merle Schmidt-Brunn, Mitglied des Vorstands der Hochbahn. „Dazu kommt, dass die Förderung des Bundes für Neuanschaffungen in diesem Sommer ausläuft.“ Diese werde zwar eventuell verlängert, „darauf können wir uns aber nicht verlassen.“
Die einzelnen Dieselbusse sollen deshalb noch zwei bis drei Jahre länger auf der Straße bleiben, als ursprünglich vorgesehen. Zusätzlich soll von 2026 bis 2029 die konventionelle Flotte auf „HVO“ umgestellt werden. HVO steht für „Hydrotreated Vegetable Oils“.
So könnten Busse mit altem Frittenfett in Hamburg fahren
Dabei handelt es sich um einen Kraftstoff, der aus Pfanzenölen hergestellt wird. Diese Öle können zum Beispiel aus Altspeiseölen, Frittenfett oder Abfällen gewonnen werden. In Deutschland sind bereits einzelne solcher Busse unterwegs, zum Beispiel in Berlin oder in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz). „Jeder neue Bus, den wir kaufen, wird aber weiterhin ein E-Bus sein“, betonte Schmidt-Brunn.
Außerdem beschäftigt sich das städtische Unternehmen noch mit dem Aufbau einer sogenannten „Risikoreserve“. Dabei handelt es sich um eine noch nicht definierte Anzahl an Bussen, die nicht elektrisch sind und zurückgehalten werden.
„Was, wenn es zum Beispiel zu einem großen, flächendeckenden Stromausfall kommt – auch durch einen möglichen Angriff auf unsere kritische Infrastruktur?“, erklärt die Hochbahn-Vorständin. „An einem Punkt wären die E-Busse dann leer und dann wäre eine Evakuierung beispielsweise nicht möglich.“ Aktuell erstellt das Unternehmen dazu ein Konzept, das noch weiter mit der Stadt abgestimmt wird.