Hamburg
Drohender Kahlschlag: Psychotherapeuten gehen auf die Straße
Durch das Beitragssatzstabilisierungsgesetz droht vielen Psychotherapeuten das Aus. Am Samstag gehen sie in Hamburg auf die Straße.
Wer in Hamburg eine Psychotherapie machen möchte, der muss sich gedulden. Die Wartelisten sind lang. Diese Situation könnte sich bald noch deutlich verschärfen: Dann, wenn das geplante Beitragssatzstabilisierungsgesetz so durchkommt. Am Freitag fand die erste Lesung im Bundestag statt. Schon jetzt formiert sich Widerstand – auch in Hamburg.
Unter dem Motto „Psychotherapie retten – Kahlschlag verhindern“ gehen Hamburgs Therapeuten am Samstag auf die Straße. Um 17 Uhr startet ein Protestzug in der Großen Bergstraße/Ecke Max-Brauer-Allee (Altona), der über das Schulterblatt bis zum Heiligengeistfeld ziehen soll.
Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Kahlschlag bei psychotherapeutischen Praxen droht
„Praxen arbeiten am Limit und Patient*innen warten viel zu lange auf Behandlungsplätze. Gleichzeitig arbeitet die Regierung mit Hochdruck an einem Gesetz, dem bis zu 25 Prozent der Therapieplätze zum Opfer fallen könnten“, heißt es in einer Pressemitteilung des Aktionsbündnisses Psychotherapie.
Das geplante Beitragssatzstabilisierungsgesetz zwinge die psychotherapeutische Versorgung in die Knie – „auf Kosten der Gesundheit der Bevölkerung und mit massiven Folgekosten für Gesellschaft und Wirtschaft“ und müsse deshalb gestoppt werden.
Die Hamburger Ärztekammer hat sich hinter die Protestierenden gestellt und erklärte auch die bereits seit April geltenden Kürzungen von 4,5 Prozent bei den Honoraren der Therapeuten für „nicht hinnehmbar“.
Psychotherapeutischer Bedarf gerade bei Kindern und Jugendlichen stark angestiegen
Die Nachfrage nach psychotherapeutischer Unterstützung bleibe in allen Altersgruppen hoch und sei insbesondere bei Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren stark gestiegen, teilte die Ärztekammer in einem gemeinsamen Statement mit der Psychotherapeutenkammer Hamburg mit.
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Die Kürzungen sowie die geplante Deckelung von Leistungen würden dem Ziel einer flächendeckenden und qualitativ hochwertigen Versorgung widersprechen. „Dabei sollte es im Interesse aller liegen, psychische Erkrankungen frühzeitig zu behandeln, um Chronifizierung und damit verbundene Ausfälle in Schule, Ausbildung und Beruf zu vermeiden“, so das Statement der beiden Kammern.
Auch in zahlreichen anderen Städten in ganz Deutschland soll es am Samstag zu Protestaktionen kommen.
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