Drei Jahre Dauer-Baustelle: Mega-Umbau an Hamburger Verkehrsader

Die Wellingsbütteler Landstraße in Klein Borstel sollte ursprünglich für fünf Jahre vollgesperrt werden.
Die Wellingsbütteler Landstraße in Ohlsdorf wird ab August saniert.

Die Bauarbeiten an der Wellingsbütteler Landstraße in Ohlsdorf sind gestartet. Nachdem ursprünglich eine fünfjährige Vollsperrung angedacht war, hatte die Stadt die Pläne nach massiven Protesten noch einmal komplett über den Haufen geworfen. Was Auto- und Radfahrer jetzt beachten müssen.

An der Sanierung der viel befahrenen Hauptverkehrsstraße führt laut den Verantwortlichen kein Weg vorbei: Laut „Hamburg Wasser“ sind die Siele mehr als 100 Jahre alt. Im schlimmsten Fall könnte die Straße sogar einbrechen, wenn sich ein Hohlraum unter der Straße bildet. Außerdem ist auch der Asphalt ist in die Jahre gekommen und die Gas- und Stromleitungen haben ebenfalls das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Dazu sind neue Rad- und Fußwege geplant.

Bauarbeiten an der Wellingsbütteler Landstraße starten

Am Donnerstag, 1. August, erfolgten einige Vorbereitungen im Kreuzungsbereich Fuhlsbüttler Straße/Wellingsbütteler Landstraße. Zu dieser Zeit wird der Verkehr an der Baustelle vorbeigeführt, jeweils eine Fahrspur pro Richtung bleibt für den Verkehr erhalten. Am Montag, 5. August, starten dann die eigentlichen Bauarbeiten zwischen Fuhlsbüttler Straße und Schluchtweg. Ab diesem Zeitpunkt wird die Wellingsbütteler Landstraße in diesem Abschnitt zur Einbahnstraße stadteinwärts.

Ab dem 12. August ist diese Einbahnstraße dann unter der Woche nur noch in der Zeit von 17 Uhr bis 9 Uhr morgens für Autos geöffnet und in der Zwischenzeit voll gesperrt. Für die Asphaltarbeiten ist für einige Tage zusätzlich eine ganztägige Vollsperrung vorgesehen. Wann genau, steht noch nicht fest. Anwohner können das Wohnquartier ab dem 5. August mit einer entsprechenden Durchfahrtserlaubnis über den Ohlsdorfer Friedhof erreichen.

Wellingsbütteler Landstraße: Hier werden Autofahrer umgeleitet

Fußgänger können die Baustelle zu jeder Zeit durchqueren, der Radverkehr darf in dieser Zeit den Gehweg mitbenutzen. Die Umleitung für die Autofahrer führt über den Ring 3 vom Saseler Damm über den Poppenbütteler Weg und die Alte Landstraße über den Brombeerweg bis zur Fuhlsbüttler Straße.

Natürlich, betonte die Behörde bereits im vergangenen Jahr, könne es dort dann auch mal voller werden – aber eben nicht übermäßig. Denn: Verkehrszählungen hatten ergeben, dass 2023 und 2021 etwa 17.500 Autos täglich auf der Wellingsbütteler Landstraße unterwegs waren – im Gegensatz zu 21.000 in den Jahren vor Corona.

So sieht der Zeitplan für die Wellingsbütteler Landstraße aus

Ende 2026 soll der erste Bauabschnitt fertig sein, danach beginnt die zweite Bauphase ab dem Wellingsbüttler Weg 8 bis zur Rolfinckstraße. Auch dieser Abschnitt wird zwischen 9 und 17 Uhr unter der Woche vollgesperrt und abseits dieser Zeiten zur Einbahnstraße werden.

Ein Jahr später soll die gesamte Straße dann in neuem Glanz erstrahlen: Zwischen der Fuhlsbüttler Straße und Stübeheide bekommen Radfahrer einen vom Autoverkehr abgetrennten Weg. Der Allee-Charakter der Straße soll laut Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer zudem erhalten bleiben. Geplant ist, von den insgesamt 230 Bäumen 30 zu fällen, die eins zu eins nachgepflanzt werden sollen. Die Parkplätze bleiben zum größten Teil erhalten: Von 220 fallen 30 weg.

Anwohner und Geschäftsleute protestierten im Jahr 2021 heftig gegen die ursprünglich geplante fünfjährige Vollsperrung.
Anwohner und Geschäftsleute protestierten im Jahr 2021 heftig gegen die ursprünglich geplante fünfjährige Vollsperrung.

Ursprünglich sollte die Wellingsbütteler Straße im gesamten Abschnitt zwischen Fuhlsbüttler Straße und Rolfinckstraße für fünf Jahre vollgesperrt werden. Dagegen regte sich im Jahr 2021 allerdings massiver Protest: Vor allem die ansässigen Händler in Klein Borstel hatten um ihre Existenz gefürchtet. Schließlich handele es sich dort um eine Insellage, argumentierten sie damals. Diese sei ohne die Wellingsbütteler Landstraße nur mit großen Umwegen durch Wohngebiete erreichbar.

Die Bauarbeiten an der Wellingsbütteler Landstraße in Ohlsdorf sind gestartet. Nachdem ursprünglich eine fünfjährige Vollsperrung angedacht war, hatte die Stadt die Pläne nach massiven Protesten noch einmal komplett über den Haufen geworfen. Was Auto- und Radfahrer jetzt beachten müssen.