Dieses historische Gebäude mitten in Hamburg war mal ein Berliner Rathaus
Sie ist nicht sicher die schönste Straße, aber eine, die viel zu erzählen hat. Klingender Name? Fehlanzeige. Wer heißt schon „Schlump?“ In dem ehemals sumpfigen Gebiet bezeichnet „Slump“ nichts weiter als „Schlamm“. Die ersten Gebäude entstanden in der Mitte des 19. Jahrhunderts, Straßen, Wege und sogar ein Bahnhof kamen dazu – und so blieb vom Sumpfland nur noch der Name.
Filmstar vor Finanzamt
Das Gebäude mit dem spitzen Turm und der Hausnummer 82/83 wurde zwischen 1904 und 1905 als Sitz des Finanzamtes gebaut. Weil Regisseur Helmut Käutner 1956 nicht in der damaligen DDR drehen durfte, wurde das Verwaltungsgebäude am Schlump auf der Leinwand zum Rathaus von Köpenick. Heinz Rühmann brillierte in der Rolle des arbeitslosen Schusters Wilhelm Voigt, der als gefälschter Hauptmann die Berliner Behörden austrickst. Heute ist hier das Institut für die Geschichte der deutschen Juden untergebracht.
Versteckter Garten
Ein Haus mit Geschichte ist auch das Schröderstift. Der Gelbklinkerbau mit Garten und Kapelle wurde um 1850 als Wohnhaus für alleinstehende Frauen errichtet. In den 1980er Jahren sollte die Dreiflügelanlage abgerissen werden. Die Studenten, die damals hier wohnten, gründeten eine Mieterselbstverwaltung. Seit 40 Jahren halten die Bewohner die Wohnanlage, zu der auch die Bar „Hadley’s“ und ein Bed & Breakfast gehört, selbst instand.
Geschäfte mit Tradition
Genauso wie das „Hadley’s“ gehören auch Karens Konditorei oder die Bekleidungsgeschäfte „Marlowe“ zu den Traditionsadressen am Schlump. „Wir sind immer noch hier, weil wir nicht nur gute Ware haben, sondern weil die Nachbarschaft einfach toll ist“, sagt Torben Schmidt vom „Marlowe“.
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Frühstück nonstop
Kürzlich neu eröffnet hat das „Chacha“. In der Woche können Besucher und Besucherinnen hier ab 9 Uhr frühstücken, aber auch Mittag essen oder Kaffee trinken. An den Wochenenden finden Veranstaltungen und Workshops statt.
Mal süß, mal gesund
Lakritz in allen Varianten, Weingummi und Lebkuchenherzen – am „Süßen Pavillon“ im U-Bahnhof Schlump vorbeizugehen, ohne etwas zu kaufen, erfordert einen starken Willen. Wer hier nicht schwach wird, greift alternativ auf dem Wochenmarkt vor der U-Bahn-Station zu. Obst, Gemüse, Käse und Gebäck – immer donnerstags treffen sich die Anwohner zum Kaufen, Gucken und Plaudern.
Ewige Baustelle
Vor Jahren sollte das „Haus der Erde“ Eröffnung feiern, gebaut wird immer noch. Wissenschaftler und Studierende müssen nach einem Wasserschaden weiterhin auf die Fertigstellung des Uni-Gebäudes warten. Nach neuesten Informationen sollen die ewigen Bauarbeiten zum Ende 2025 abgeschlossen sein.