Dieses historische Gebäude mitten in Hamburg war mal ein Berliner Rathaus

Schlump 83
Das frühere Finanzamt war 1956 der Drehort für einen bekannten Film.

Sie ist nicht sicher die schönste Straße, aber eine, die viel zu erzählen hat. Klingender Name? Fehlanzeige. Wer heißt schon „Schlump?“ In dem ehemals sumpfigen Gebiet bezeichnet „Slump“ nichts weiter als „Schlamm“. Die ersten Gebäude entstanden in der Mitte des 19. Jahrhunderts, Straßen, Wege und sogar ein Bahnhof kamen dazu – und so blieb vom Sumpfland nur noch der Name.

Fassaden Schlump
Einige historische Häuser stehen noch am Schlump.

Filmstar vor Finanzamt

Das Gebäude mit dem spitzen Turm und der Hausnummer 82/83 wurde zwischen 1904 und 1905 als Sitz des Finanzamtes gebaut. Weil Regisseur Helmut Käutner 1956 nicht in der damaligen DDR drehen durfte, wurde das Verwaltungsgebäude am Schlump auf der Leinwand zum Rathaus von Köpenick. Heinz Rühmann brillierte in der Rolle des arbeitslosen Schusters Wilhelm Voigt, der als gefälschter Hauptmann die Berliner Behörden austrickst. Heute ist hier das Institut für die Geschichte der deutschen Juden untergebracht.

Hauptmann von Köpenick
Dreharbeiten zum Film „Der Hauptmann von Köpenick“ mit Heinz Rühmann. Das damalige Finanzamt am Schlump wurde 1956 für den Film zum Rathaus von Köpenick.

Versteckter Garten

Ein Haus mit Geschichte ist auch das Schröderstift. Der Gelbklinkerbau mit Garten und Kapelle wurde um 1850 als Wohnhaus für alleinstehende Frauen errichtet. In den 1980er Jahren sollte die Dreiflügelanlage abgerissen werden. Die Studenten, die damals hier wohnten, gründeten eine Mieterselbstverwaltung. Seit 40 Jahren halten die Bewohner die Wohnanlage, zu der auch die Bar „Hadley’s“ und ein Bed & Breakfast gehört, selbst instand.

Schröderstift
Hinter dem Schröderstift versteckt sich ein idyllischer Garten.

Geschäfte mit Tradition

Genauso wie das „Hadley’s“ gehören auch Karens Konditorei oder die Bekleidungsgeschäfte „Marlowe“ zu den Traditionsadressen am Schlump. „Wir sind immer noch hier, weil wir nicht nur gute Ware haben, sondern weil die Nachbarschaft einfach toll ist“, sagt Torben Schmidt vom „Marlowe“.

Karens Konditorei
Große Auswahl, Top-Qualititat: Karens Konditorei (hier mit Mitarbeiterin Martina) gehört seit Jahrzehnten zu den Traditionsgeschäften im Viertel.

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Frühstück nonstop

Kürzlich neu eröffnet hat das „Chacha“. In der Woche können Besucher und Besucherinnen hier ab 9 Uhr frühstücken, aber auch Mittag essen oder Kaffee trinken. An den Wochenenden finden Veranstaltungen und Workshops statt.

Chacha
Frühstücken in der Sonne: Im Chacha geht das auch noch am Nachmittag.

Mal süß, mal gesund

Lakritz in allen Varianten, Weingummi und Lebkuchenherzen – am „Süßen Pavillon“ im U-Bahnhof Schlump vorbeizugehen, ohne etwas zu kaufen, erfordert einen starken Willen. Wer hier nicht schwach wird, greift alternativ auf dem Wochenmarkt vor der U-Bahn-Station zu. Obst, Gemüse, Käse und Gebäck – immer donnerstags treffen sich die Anwohner zum Kaufen, Gucken und Plaudern.

Süßer Pavillon
Beliebte Haltestelle: der „Süße Pavillon“ im U-Bahnhof Schlump.

Ewige Baustelle

Vor Jahren sollte das „Haus der Erde“ Eröffnung feiern, gebaut wird immer noch. Wissenschaftler und Studierende müssen nach einem Wasserschaden weiterhin auf die Fertigstellung des Uni-Gebäudes warten. Nach neuesten Informationen sollen die ewigen Bauarbeiten zum Ende 2025 abgeschlossen sein.

Sie ist nicht sicher die schönste Straße, aber eine, die viel zu erzählen hat. Klingender Name? Fehlanzeige. Wer heißt schon „Schlump?“ In dem ehemals sumpfigen Gebiet bezeichnet „Slump“ nichts weiter als „Schlamm“. Die ersten Gebäude entstanden in der Mitte des 19. Jahrhunderts, Straßen, Wege und sogar ein Bahnhof kamen dazu – und so blieb vom Sumpfland nur noch der Name.