Hamburg

Dieses Baby kam auf einer Tankstelle mitten in Hamburg zur Welt

Der kleine Junge schläft auf der Schulter seiner Mutter
Der kleine Ysaiah war schneller als die Feuerwehr.

Tankstelle statt Kreißsaal: Der kleine Ysaiah ist am Wochenende mit einem rasanten Start im Leben gelandet.

Das Krankenhaus war nicht mehr weit. Doch der kleine Ysaiah war schneller. Er kam am Wochenende an einer Veddeler Tankstelle zur Welt, an der der Rettungswagen einen Stopp einlegen musste.

Im Nachhinein muss Mama Agyeiwa Q. selbst über die Situation am Samstag lachen, die sie und ihren Freund zunächst einmal in Panik versetzte.

Rettungswagen muss stoppen: Baby Ysaiah kommt an Hamburger Tankstelle zur Welt

„Eigentlich war es noch gar nicht so weit“, sagt die 34-Jährige und streichelt ihrem kleinen Schnellstarter über den Rücken. Der Stichtag sei noch nicht erreicht gewesen. Deshalb habe sie sich auch nicht so viele Gedanken gemacht, als sie am Freitagnachmittag Schmerzen im Unterleib verspürte.

„Ich war mir nicht sicher, ob es Wehen waren“, sagt die Bürokauffrau aus Wilhelmsburg. Zumal die Schmerzen dann auch erst mal wieder verschwanden. Am Samstagmittag sei es dann aber plötzlich wieder losgegangen. „Die Wehen waren sofort so stark, dass wir einen Rettungswagen rufen mussten.“ Auf eigene Faust ins Krankenhaus – daran war nicht mehr zu denken.

Der Rettungswagen mit zwei Sanitätern sei zehn Minuten nach dem Anruf um 15 Uhr da gewesen. Agyeiwa Q. und der Vater des Kindes stiegen ein. „Ich konnte mich nicht hinlegen, da war so ein starker Druck!“ Stattdessen habe sie sich auf alle Viere hingekniet.

Als der Notarzt an der Tankstelle eintraf, war das Baby schon da

Die Sanitäter fuhren los. Doch weit kamen sie nicht. „Ich habe gerufen, dass es losgeht!“ Nur schemenhaft habe sie wahrgenommen, dass die Sanitäter die Tankstelle anfuhren, den Wagen stoppten und den Notarzt riefen. 

„Als Frau weißt du, was du tun musst“, sagt Agyeiwa Q., die bereits einen älteren Sohn (4) hat. „Ich habe gepresst und dann war der Kopf schon raus.“ Als der Notarzt eintraf, war der kleine Ysaiah schon da.

„Es ging so unglaublich schnell. Ganz anders als bei meinem anderen Sohn“, berichtet die frisch gebackene Zweifach-Mutter. Ihr Mann, der bei der ersten Geburt nicht dabei gewesen sei, sei etwas geschockt gewesen. „Er war ganz still“, sagt sie liebevoll.

Das könnte Sie auch interessieren: Sie helfen Kranken in Armut: Jetzt ist die Praxis ohne Grenzen selbst in Geld-Not

Der Notarzt habe das Baby in eine Folie gewickelt, um es zu wärmen. Dann wurde die Familie ins Marienkrankenhaus nach Hohenfelde gebracht, wo man sie schon erwartete. Mutter und Sohn kamen auf die Geburtenstation, wo der Kleine untersucht wurde.

„Er ist 51 Zentimeter groß und kerngesund“, freut sich Agyeiwa Q. „Ein ganz friedliches Baby.“ Seit Montag sind die beiden wieder zu Hause, wo der große Bruder sich schon sehnlichst auf den Kleinen freute. „Jetzt hat er jemanden zum Spielen“, sagt die Mutter.


Kommentare öffnen