Rotweinflaschen liegen in Regalen im Weinkeller des Hamburger Luxushotels Vier Jahreszeiten. (Symbolbild)
  • Rotweinflaschen liegen in Regalen im Weinkeller des Hamburger Luxushotels Vier Jahreszeiten. (Symbolbild)
  • Foto: dpa | Marcus Brandt

Diesen Test müssen Weine im Hamburger Hafen bestehen

Als Hafenstadt ist Hamburg nicht nur das Tor zur Welt, sondern auch das Tor zum EU-Binnenmarkt für viele Waren – wie Wein. Damit auch tatsächlich reiner Wein ins Glas kommt, macht die EU ihren Mitgliedsstaaten Vorgaben für die nationalen Weingesetze. Im Hafen unterzieht der Zoll viele Weine einem harten Test – den nicht jeder Tropfen besteht.

Mehr als zwei Drittel der über den Hamburger Hafen in die EU importierten Weine fallen bei Lebensmittelkontrollen durch. So seien von 208 im vergangenen Jahr vom Zoll und der Behörde für Verbraucherschutz veranlassten Kontrollen 71 Prozent beanstandet worden, sagte Petra Grauer, Weinsachverständige des Instituts für Hygiene und Umwelt, am Montag.

So bedeutend ist Hamburg für den Weinhandel

Bei weitem nicht alle Weine würden bei der Einfuhr kontrolliert. Jedoch hat sich die Zahl der Beanstandungen seit 2018 kontinuierlich erhöht, damals lag die Quote noch bei 57 Prozent. Pro Jahr werden Grauer zufolge bis zu 5000 Weine aus Nicht-EU-Ländern in Hamburg zur Einfuhr angemeldet.

Damit sei Hamburg die bedeutendste Weineinfuhrstadt Deutschlands. „Viele dieser Importe stammen nicht nur aus klassischen Weinländern wie Südafrika, Chile oder Argentinien, sondern auch aus besonderen Anbaugebieten wie Japan, Brasilien oder der Türkei.“

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Mit ihrem Eintreffen in Hamburg erreichten die Weine den EU-Binnenmarkt. „Die Hansestadt besitzt daher eine wichtige Wächterfunktion zur Kontrolle der Einfuhrfähigkeit der Weine.“ Geprüft würden Inhaltsstoffe, Zusammensetzung und Kennzeichnung laut EU-Vorgaben.

Im Rahmen einer sensorischen Untersuchung würden Lebensmittelchemiker und Weinsachverständige die Weine auch verkosten. „Beispielsweise sollte ein Sauvignon blanc auch wie ein solcher schmecken“, hieß es aus der Behörde. Häufigste Gründe einer Beanstandung seien eine mangelhafte Kennzeichnung der Weine oder falsche Angaben in den Einfuhrdokumenten. Nur selten bestehe Gesundheitsgefahr beim Verzehr beanstandeter Weine. (dpa/fbo)

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