Diese Vorrausetzungen gelten für eine Einbürgerung in Hamburg

Tag der Einbürgerungsfeier im Rathaus mit Peter Tschentscher
Ein Foto mit „Popstar“ Peter Tschentscher (SPD) gehört für viele dazu, um den wichtigen und schönen Tag abzuschließen.

Sprachtest, Deutschland-Wissen, Bekenntnis zur Demokratie: Wer in Hamburg eingebürgert werden möchte, muss dafür einige Voraussetzungen erfüllen. Die MOPO erklärt diese, wie eine Einbürgerung abläuft und woher die meisten Neu-Hamburger kommen.

Wie viele Einbürgerungen gab es 2025 in Hamburg?

Fast 10.700 Einbürgerungsanträge wurden in diesem Jahr genehmigt – nur 28 wurden abgelehnt. Dass die Zahl der Genehmigungen so hoch ist, erklärt die Stadt damit, dass im Vorhinein schon genauestens geprüft wird, ob alle Voraussetzungen für die Einbürgerung erfüllt sind.

Welche Voraussetzungen gelten?

Wer in Deutschland eingebürgert werden will, muss mindestens fünf Jahre hier leben. Und zudem in der Lage sein, den eigenen Unterhalt und den der Familie zu sichern. Außerdem müssen Antragsteller über Testzertifikate Deutschkenntnisse nachweisen und Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung per Einbürgerungstest. Ein Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung ist ebenso Pflicht. Zudem dürfen Antragsteller nicht wegen einer schweren Straftat verurteilt sein.

Was ist mit der „Turbo-Einbürgerung“?

Unter bestimmten Voraussetzungen konnten besonders gut Integrierte seit Juni 2024 schon nach drei Jahren in Deutschland einen Antrag auf Einbürgerung stellen. Im Oktober 2025 wurde die Regelung von der neuen schwarz-roten Regierung wieder abgeschafft, weil es vor allem der Union zu schnell ging. Eine Übergangsregel für bereits gestellte Anträge gibt es nicht, für alle gilt wieder die Fünf-Jahres-Regel.

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Wie überprüft Hamburg eine Einbürgerung?

Nach Eingang des Antrages werden alle Unterlagen auf Vollständigkeit geprüft. Oft fehlen noch Dokumente, die nachgereicht werden müssen. Dann beginnt die Bearbeitung: Mitarbeiter informieren sich beim Einwohnermeldeamt, der Polizei oder dem Verfassungsschutz, ob alle Angaben korrekt sind.

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„Liegen die Voraussetzungen aus Sicht der Sachbearbeitung vor, bereitet diese eine Entscheidungsvorlage vor, die dann von der nächsten Entscheidungsebene im Rahmen des Vier-Augen-Prinzips gegengeprüft wird“, sagt eine Sprecherin des Migrationsamts. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, gibt es einen positiven Bescheid. Die Übergabe findet persönlich statt, wobei noch einmal die Sprachkenntnisse und die originalen Unterlagen geprüft werden.

Aus welchen Ländern kommen die meisten Neubürger?

Syrien (1464 Einbürgerungen), Afghanistan (1159), die Türkei (829), Iran (818) und Russland (792) sind die Länder, aus denen die meisten Neu-Hamburger 2025 kamen.

Wie viele Einbürgerungsanträge sind noch offen?

Anfang Dezember gab es 32.040 laufende Einbürgerungsverfahren in Hamburg. Allein in diesem Jahr sind schon mehr als 15.000 Anträge gestellt worden, etwas weniger als 2024 (19.771). Die Ämter kommen kaum hinterher: Die durchschnittliche Bearbeitungszeit beträgt 14 Monate. Grund hierfür sei neben der hohen Zahl an Anträgen auch die aufwendige Prüfung der einzelnen Fälle.