Diese ungewöhnlichen Dörfer sind auf jeden Fall eine Radtour wert!
Kastanien und Flieder blühen, die Störche suchen in den Wiesen nach Nahrung und die Sommerferien haben noch nicht begonnen: Jetzt ist die beste Zeit für eine Radtour durch das Wendland. Für Familien und alle, die keinen Hochleistungssport betreiben, aber trotzdem viel sehen möchten, ist die 22 Kilometer lange Rundlings-Route die richtige Wahl.
Rundlings-Region
Flach ist das dünn besiedelte Wendland, wenig befahren sind die Wege. Schilder mit einem Fachwerkhaus als Symbol weisen den Weg. Wir starten von Lüchow nach Lübeln, das bekannteste Rundlingsdorf im Wendland.
Das könnte Sie auch interessieren: Wendland: Mehr Elbe geht nicht
Ein Dorf wie ein Museum
Rundlinge sind slawischen Ursprungs, entstanden im 12. Jahrhundert und haben sich vor allem rund um Lüchow besonders gut erhalten. Angeordnet um einen Dorfplatz, bilden die Hofanlagen ein offenes Hofeisen mit nur einer Zuwegung. Warum man Siedlungen in dieser Form anlegte, ist noch nicht geklärt. Vieles über die Geschichte und das Leben in diesen speziellen Dörfern erfahren Besucher im „Rundlingsmuseum Wendland“ in Lübeln. Eine der wenigen Bewohner des wie aus der Zeit gefallenen Ortes ist Hanna Mieth. Die 87-Jährige backt seit 48 Jahren ihr beliebtes Sauerteigbrot im Steinbackofen ihres Wohnhauses. „Mein Brot hat es sogar nach Johannesburg in Südafrika geschafft“, erzählt sie stolz. Wer einen 2-Kilo-Laib möchte, sollte vorbestellen. „Ich schaffe es nicht mehr, jeden Tag zu backen“, sagt Hanna Mieth. Heute, am Freitag, sind aber noch zwei ofenwarme Brote da, Glück gehabt.
Dorf unter Denkmalschutz
Die Radrunde führt weiter über Küsten und Schwiebke nach Jabel. Das Dorf hat nur 60 Einwohner und steht unter Denkmalschutz. Die ruhige Idylle hat es auch Tine Wittler angetan. Vor einigen Jahren zog die TV Moderatorin und Schriftstellerin von Hamburg ins Wendland und eröffnete ihre Kneipe „Wittlerins Wohnzimmer“ in Jabel. Geöffnet ist nur zu Kulturveranstaltungen, aber hinter der blau gestrichenen Eingangstür gibt es einen Kiosk mit Getränken und Snacks, die per Paypal bezahlt werden können. Radfahrer freuen sich über eine Pause auf der Bank vor dem Haus mit Blick auf blühende Gärten und gepflegte Fachwerkhäuser.
Kirche und Kunst
Satemin ist das nächste Ziel. Neben der Feldsteinkirche und den imposanten Höfen rund um den Dorfplatz ist das Hotel Markthof mit seinem Restaurant bevorzugter Anlaufpunkt. Im benachbarten Gühlitz hat Holzbildhauer Vatula Sonntag sein Atelier in einer alten Scheune. Gegenüber stehen wie schon vor über einhundert Jahren Kannen auf der Milchbank. Heute zur Zierde, damals, um in die nächste Molkerei transportiert zu werden. Zugleich waren die Milchbänke der soziale Treffpunkt in den Dörfern.
Störche und Kraniche
Noch sieben Kilometer bis Lüchow. Auf schmalen Asphaltstraßen führt die Route vorbei an Feldern, auf denen Störche und Kraniche zu sehen sind. Still ist es hier und entspannend. Schade, dass die Tour schon fast wieder vorbei ist.
Kulturelle Landpartie
Von Himmelfahrt bis Pfingsten (29.5. bis 9.6.) reisen Scharen von Besuchern und Besucherinnen aus allen Himmelsrichtungen ins Wendland. Die kulturelle Landpartie (Programm und Info: www.kulturelle-landpartie.de) lädt dann zu hunderten von Veranstaltungen in jedem Dorf ein. Konzerte, Theater, Akrobatik und Ausstellungen, offene Ateliers und offene Gärten, Sensenkurse und Alpaka-Wanderungen sind am besten mit dem Fahrrad zu besuchen. Programm und Info: www.kulturelle-landpartie.de) lädt dann zu hunderten von Veranstaltungen in jedem Dorf ein. Konzerte, Theater, Akrobatik und Ausstellungen, offene Ateliers und offene Gärten, Sensenkurse und Alpaka-Wanderungen sind am besten mit dem Fahrrad zu besuchen.