Diese Kirchen werden neu genutzt – und sind wieder gut besucht

Kulturkirche Altona
Die Kulturkirche in Altona wird u.a. für immersive Lightshows genutzt.

Kaum Besucher in den Gottesdiensten, immer mehr Kirchenaustritte, aber die hohen Kosten bleiben. Den Hamburger Kirchen geht das Geld aus, und von den 215 evangelischen Gotteshäusern wurden bereits acht entwidmet. Und es sollen noch mehr werden. Einige Kirchen werden neu genutzt und sind seitdem wieder gut besucht.

Bunte Lichter

Weithin sichtbar ist der 80 Meter hohe Turm der St. Johanniskirche in Altona. Deutschlands erste Kulturkirche vermietet den Innenraum seit 1998 für Veranstaltungen, um so den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes zu finanzieren. Die Kirche wird zum Beispiel für immersive Lightshows wie „Infinity“ genutzt, außerdem gibt es Konzerte, Lesungen, Tanz oder Filmaufführungen. An jedem ersten Sonntag im Monat finden ganz traditionell Gottesdienste statt.

Kirchenmuseum

Parabel
Aus der entwidmeten Nikodemuskirche in Ohlsdorf wurde das Kunstmuseum Parabel.

2022 wurde die Ende der 1950er Jahre erbaute Nikodemuskirche entwidmet und wird seit einem Jahr als Ausstellungsraum genutzt. „Parabel – Zentrum für Kunst in Hamburg“ zeigt die Sammlung moderner Kunst der Kunsthistorikerin Maike Bruhns. Weil das Kirchenschiff parabelförmig geformt ist, war der Name für das neue Kunstmuseum schnell gefunden.

Parabel, Fuhlsbüttler Straße 656, Ohlsdorf, Fr 14 bis 18 Uhr, Sa/So 11 bis 18 Uhr

Pop und Predigt

Christianskirche
Mehrmals im Jahr verwandelt sich der Innenraum der Christianskirche in Ottensen zu den Pop Seasons in einen Konzertsaal.

Die barocke Christianskirche in Ottensen ist auch als „Klopstockkirche“ bekannt, weil der Dichter Friedrich-Gottlieb Klopstock auf dem Kirchhof begraben ist. Mehrmals im Jahr öffnen sich die Kirchentüren für die „Pop Seasons“, eine einzigartige Konzertreihe in besonderer Kulisse. Am 24. April treten „The Slow Show“ aus Manchester in der Christianskirche auf.

Arbeiten statt Beten

St. Stephanus
In die entwidmete St. Stephanuskirche in Eimsbüttel ist eine Agentur eingezogen.

Profane (also weltliche) Kirchennutzung? Was nach der Entwidmung der St. Stephanuskirche in der Lutterothstraße in Eimsbüttel vor 20 Jahren zu Protesten führte, hat sich als gelungene Lösung entwickelt. Unter dem Mosaik des auferstandenen Christus sitzen seit 2012 Mitarbeiter der Agentur Elbdudler an ihren Rechnern – und das Gebäude konnte erhalten werden.

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„Afrotopia“

Bugenhagenkirche
Die Bugenhagenkirche ist jetzt Sitz von Afrotopia.

Nach der Entwidmung 2019 wird die Bugenhagenkirche aus der Weimarer Zeit als Kulturzentrum für Schwarze Communitys genutzt. Im sehenswerten Architekturdenkmal am Biedermannplatz 19 in Barmbek gibt es bei „Afrotopia“ ein Café, ein Theater und Co-Working-Spaces in den ehemaligen Kirchenräumen.

Abendmahl in Stellingen

Pastorale
Marc Mueller hat das Kirchencafé in Stellingen übernommen und führt es unter dem Namen „Pastorale“ als Café und Restaurant weiter.

Das christliche Abendmahl wird in der Stellinger Kirche gefeiert, ein weltliches Abendmahl gibt es direkt nebenan. Sternekoch Marc Mueller hat das Kirchencafé übernommen und bietet im „Pastorale“ tagsüber günstigen Mittagstisch, Nachmittagskaffee und ab Mitte März abendliches Fine Dining an.

„Pastorale“, Molkenbuhrstraße 16, Stellingen, Di bis Fr 11.30 bis 16.30, Sa 10 bis 14 Uhr

Kaum Besucher in den Gottesdiensten, immer mehr Kirchenaustritte, aber die hohen Kosten bleiben. Den Hamburger Kirchen geht das Geld aus, und von den 215 evangelischen Gotteshäusern wurden bereits acht entwidmet. Und es sollen noch mehr werden. Einige Kirchen werden neu genutzt und sind seitdem wieder gut besucht.