Diese Hamburger Straße ist einen Besuch wert – besonders donnerstags
Anders als ihre lebhaften Nachbarn Mönckebergstraße und Spitalerstraße kommt die Steinstraße auf den ersten Blick recht ruhig und bescheiden daher. Dabei braucht sie sich nicht zu verstecken: Teile dieser Straße aus dem 13. Jahrhundert, die zu den ältesten in Hamburg gehört, zählen zum Welterbe der UNESCO. Einkaufen in einzigartigen Spezialgeschäften und gut essen kann man hier auch. Hier sind unsere Lieblingsadressen.
Goldener Gerd im Kontorhausviertel
Ein Teil des zum UNESCO-Welterbe zählenden Kontorhausviertels mit architektonisch wegweisenden Bürohäusern aus den 1920er und 1930er Jahren gehört zur Steinstraße. Sehenswert ist zum Beispiel das ehemalige Karstadt-Verwaltungsgebäude mit der Hausnummer 10, seit 1936 Sitz des Finanzamtes, heute des Finanzamtes Hamburg-Hansa. Errichtet wurde das Bürohaus Ende der 1920er Jahre im kolonialen Neoklassizismus, einem Respekt einflößenden Baustil, den die Nazis übernahmen.
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Im Auftrag der Nationalsozialisten entstand auch eines der wenigen Wohnhäuser hier, der Altstädter Hof (Nr. 13–19b) mit idealisierten Handwerker- und Frauen-Skulpturen von Richard Kuöhl. Im Hof erinnert ein Relief des Bildhauers an die Olympischen Spiele von 1936, dem Jahr, in dem das Haus gebaut wurde.
Und im Gebäude mit der Nr. 23 ist alles Gold, was glänzt. Juwelier Herbert Wempe kaufte das Hamburger Firmen-Stammhaus vor 100 Jahren und benannte es nach dem Spitznamen seines Vaters Gerhard Wempe. Der hatte sich in Oldenburg mit seinem ersten Geschäft schon einen Namen als Uhren- und Schmuckhändler gemacht und wurde nur noch „Gülden Gerd“ genannt.
Shoppen bei Spezialisten
Modehäuser und große Ketten sucht man an der Steinstraße vergeblich. Statt dessen gibt es einige Spezialgeschäfte. In der Nr. 21 stellt Lars Küntzel als Hamburgers letzter Mützenmacher traditionelle Elbsegler her. Nebenan finden Schuhliebhaber bei Oliver Grey rahmengenähte und maßgefertigte Klassiker. Hochgewachsene Damen und Herren, die nach Hosen und Hemden mit ausreichender Bein- und Armlänge suchen, werden bei „I Love Tall“ (Nr. 25) fündig und reisen aus aller Welt an, um hier einzukaufen.
Essen mit Tradition
Seit 100 Jahren ist Daniel Wischer eine Hamburger Institution. Das Fischrestaurant im Altstädter Hof hat sich den Charme der 60er Jahre bewahrt, Service und Angebot stimmen, also nichts wie hin und Backfisch oder Pannfisch mit hausgemachtem Kartoffelsalat bestellen. Und danach auf einen Espresso in die Rösterei Coffeum nur ein paar Schritte weiter.
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Weltberühmte Orgel
Ein Besuch in Hamburgs Pilgerkirche St. Jacobi lohnt sich an jedem Tag, aber donnerstags ganz besonders. Dann gibt es um 12 Uhr eine kostenlose Orgelführung mit Tonbeispielen und um 16.30 Uhr eine halbe Stunde Orgelmusik, gespielt auf der Arp-Schnitger-Orgel, die zu den bedeutendsten noch erhaltenen barocken Orgeln weltweit gehört.
Cocktails im Central Congress
Die Steinstraße ist zwar kein Nachtleben-Hotspot, aber Insider wissen, dass sie im Central Congress in der Steinstraße 5-7 tolle klassische Cocktails, Wein und Bier bekommen. Die minimalistisch eingerichtete Bar ist im schnörkellosen Stil eines Konferenzraumes der 1960er Jahre mit Ledersesseln und holzvertäfelten Wänden eingerichtet und passt perfekt in die Umgebung.