Diebische Putzfrauen-Masche: Wie kann man sich schützen?
Falsche Reinigungskräfte, die unter einem erfundenen Namen Wohnungen ausräumen – dieses Betrugsmuster beschäftigt Hamburger Ermittler seit Jahren. Auch eine Frau, die in der vergangenen Woche vor Gericht aussagte, wurde Opfer einer solchen Masche. „Ich war zu gutgläubig“, sagte sie. Experten erklären, woran man betrügerische Putzkräfte erkennt, wie man sich schützt – und wo man seriöse Haushaltshilfen findet.
In kaum einer anderen Branche ist der Anteil an Schwarzarbeit so hoch wie bei haushaltsnahen Dienstleistungen. Eine legale Reinigungskraft zu finden, ist schwierig – und das Risiko, betrogen zu werden, entsprechend hoch. Dennoch gibt es klare Anzeichen, die auf Betrug hinweisen.
Haushaltshilfen: Vertrauen ist gut, Vertrag ist besser
Nebenan.de, Happymaids.de, Helping.de – Reinigungskräfte lassen sich heute schnell online finden. Klingt einfach, birgt aber Risiken. Zuletzt wurden zwei falsche Haushaltshilfen im Hamburger Nobelviertel Blankenese verurteilt: Sie hatten sich unter falschem Namen auf einer Plattform angemeldet und anschließend die Häuser ausgeraubt. Beide arbeiteten schwarz; die Plattform fungierte lediglich als Vermittler.
Um sich zu schützen, rät die Verbraucherzentrale klar: Vertrauen ist gut, Vertrag ist besser! Ein Vertrag schützt nicht nur im Fall einer Straftat – er zeigt bereits vorher, ob jemand angemeldet, versichert und seriös arbeitet. Personalien wie Ausweis, Steuernummer, Gewerbeanmeldung und Qualifikationen sollten beim Aufsetzen geprüft werden. Gibt es dabei Ausflüchte oder Verzögerungen, ist das oft ein Hinweis auf illegale Beschäftigung.
Misstrauen ist auch angebracht, wenn plötzlich wechselnde Personen auftauchen oder unangekündigt mehrere Reinigungskräfte vor der Tür stehen.
Hamburger Anwalt appelliert an Menschenverstand
Fabian Fritsch, Rechtsanwalt in der HafenCity, sagt der MOPO: „Man kann nur immer wieder an den gesunden Menschenverstand appellieren.“ Man solle weder vorschnell Geld überweisen noch bar an der Haustür bezahlen. Auch der Verbraucherschutz betont: Rechnungen sichern ab.
Wichtig sei außerdem, niemanden ohne Zeugen ins Haus zu lassen – besonders, wenn der Kontakt über das Internet entstanden ist. Und wenn ein mulmiges Gefühl aufkommt oder jemand sich auffällig verhält? „Dann meldet man solche Dinge immer der Polizei“, so Fritsch.
Stiftung Warentest: Ergebnis ist alarmierend!
2018 prüfte die Stiftung Warentest zehn Vermittlungsportale für Reinigungskräfte. Das Ergebnis fiel ernüchternd aus: „Nur eines schneidet gut ab, fünf sind befriedigend und zwei mangelhaft. Viele Portale schützen Privathaushalte weder vor Schwarzarbeit noch vor Schäden“, heißt es. Wer eine legale Haushaltshilfe sucht, wird über viele Portale nicht fündig.
Auch der Deutsche Hauswirtschaftsrat bestätigt auf MOPO-Anfrage, dass viele Plattformen kaum Schutz bieten: Sie vermitteln lediglich – und tragen wenig Verantwortung.
Wo finde ich denn jetzt eine gute Reinigungskraft?
Eine seriöse Reinigungskraft findet man, so der Deutsche Hauswirtschaftsrat, über regionale Anbieterlisten von Berufs- und Fachverbänden – etwa vom Bundesverband haushaltsnaher Dienstleistungsunternehmen (BHDU) oder der Allianz haushaltsnaher Dienstleistungswirtschaft (AHDW). Für Hamburg empfiehlt es sich zusätzlich, auf lokale Anbieter zu achten, die bei der Handwerkskammer gemeldet sind oder ein vollständiges Impressum, eine Gewerbeanmeldung und transparente Preise vorweisen können.
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Und auch auf dem klassischen Weg kann man eine seriöse Reinigungskraft finden: über persönliche Empfehlungen, sagt der Hauswirtschaftsrat der MOPO. Heißt zum Beispiel: Einfach mal die Nachbarn fragen. (tb)