Hamburg
Die traurige Badetoten-Bilanz – und der Sommer hat gerade erst begonnen
Eine 13-Jährige stirbt in Segeberg, auch in Hamburg gab es Tote. Warum die Zahl der Badetoten 2026 so stark steigt und wovor die DLRG warnt.
Der Sommer ist noch jung – doch die Bilanz ist schon erschreckend: In Groß Kummerfeld (Kreis Segeberg) ist eine 13-Jährige in einem See ertrunken. Und sie ist nicht das einzige junge Opfer in diesen Wochen. Die Zahl der Badetoten ist so hoch wie seit mehr als 20 Jahren nicht. Die DLRG sieht „Anlass zur Sorge“.
Sie konnten nichts mehr für sie tun: Am Samstagabend ist eine 13-Jährige in einem Baggersee in Kummerfeld ertrunken. Die Rettungskräfte waren ursprünglich nur wegen ihrer 14-jährigen Freundin mit Alkoholvergiftung gerufen worden.
Alkohol und Baden – eine gefährliche Kombination, wie auch ein aktueller Fall aus Lübeck zeigt. Dort war ein 24-Jähriger am selben Abend in der Wakenitz ertrunken. Er hatte zuvor mit Freunden in einem Park gefeiert und war plötzlich verschwunden.
Zahl der Badetoten so hoch wie zuletzt 2003
Zwei Tote an einem Abend, eine erschreckende Zahl, die zu dem besorgniserregenden Trend in diesem Jahr passt. Mindestens 99 Menschen ertranken im Juni bundesweit – 30 mehr als im vergangenen Jahr zur selben Zeit. Eine derart hohe Zahl hatte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft zuletzt im Hitzesommer 2003 verzeichnet. Damals waren im Juni 107 Menschen ums Leben gekommen.
55 Opfer starben in diesem Jahr in Seen, 21 in Flüssen. Jeweils sechs Menschen kamen im Meer, in Kanälen und in Schwimmbädern ums Leben. Besonders auffällig: 40 Opfer waren höchstens 30 Jahre alt, mehr als 90 Prozent aller Toten waren männlich.
Zwei Badetote in Hamburg
Auch in Hamburg gab es bereits die ersten Toten: Ende Juni gingen drei junge Männer am Strandweg in Blankenese in die Elbe und wurden von der Strömung erfasst. Zwei von ihnen konnten gerettet werden, ein 22-Jähriger trieb ab und ging unter. Trotz einer stundenlangen Suche mit Booten, Tauchern, Sonar und Drohne blieb er verschwunden.
Ende Mai war ein 29-Jähriger im flachen Wasser der Elbe ausgerutscht, zwei Stunden später fanden Rettungskräfte seine Leiche.
DLRG warnt vor Seen und Flüssen
Die Lebensretter sehen immer wieder dieselben Ursachen: gefährliche Strömungen, Selbstüberschätzung, fehlendes Schwimmvermögen, Alkohol und der Sprung mit überhitztem Körper ins kalte Wasser.
„Der tragische Start in die Badesaison gibt Anlass zur Sorge, dass bei weiteren Hitzewellen im Hochsommer erneut viele Menschen ihr Leben im Wasser verlieren könnten“, sagt DLRG-Präsidentin Ute Vogt und warnt: „Es gibt im Badesee keinen Preis zu gewinnen – aber das Leben zu verlieren.“