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Die schmutzigen Seiten des Fußballs: Ex-HSV-Chef Ertel schreibt Mafia-Krimi

Ex-HSV-Aufsichtsratsboss Manfred Ertel

Ex-HSV-Aufsichtsratsboss Manfred Ertel

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Witters

Kriminelle wetten bei Spielen auf Karten, Ecken, Endergebnisse. Manipulationen sind Teil des internationalen Fußballgeschäfts – und Inhalt des Hamburg-Krimis „FoulSpieler – Fußball ist ein Mordsgeschäft“ von Manfred Ertel. Der Ex-Aufsichtsratsboss des HSV hat sein neues Buch im Clubheim des FC St. Pauli vorgestellt. Mit dabei: Michael Bahrs, Hauptkommissar und zuständig für organisierte Kriminalität. Über Bestechung im Profi-Fußball weiß er so gut Bescheid wie kaum ein anderer.

Bis 2017 leitete der gebürtige Bochumer Bahrs zehn Jahre die Sonderkommission „Flankengott“, die europaweit gegen Wettmanipulationen im Fußball ermittelte. Die Kriminellen setzen dabei auf Platzverweise oder Endergebnisse. „Es soll keiner zum Meister manipuliert werden. Es geht um feine, kleine Wetten mit viel Geld“, erklärt er.

Bahrs gefällt das Buch, er findet sich in Eleni Kamenis wieder. Sie ist in Ertels Krimi, der sich um einen kleinkriminellen Hamburger Familienclan dreht, die Hauptfigur. Kamenis weiß zu Beginn der Handlung über Fußball nur so viel, wie man „als Fan wissen muss“. Dann wird sie überraschend zur Sonderermittlerin gegen Wettmanipulation – so wie Bahrs in seiner Anfangszeit. „Die Art und Weise, wie die Leute in dem Krimi miteinander umgehen, ist der Realität sehr nah“, lobt der Experte.

Der Journalist und Autor Ertel verfügt über detaillierte Fachkenntnisse. Von 2011 bis 2014 war er Teil der Führung im HSV-Aufsichtsrat. „Ich habe dort im Hintergrund zum Teil Erschreckendes erfahren.“ Diese Zeit, sowie die Erfahrungen seiner Aufenthalte in Griechenland und den Balkanstaaten, seien die Grundlage für die fiktive, aber realitätsnahe Handlung gewesen.

Manipulation und Bestechung im Profifußball seien Themen, die viel zu sehr verschwiegen werden, meint Ertel. Bahrs: „Eigentlich interessiert das da draußen niemanden.“ Sollte es aber, denn „Wettmanipulation ist gesellschaftlich sehr verankert.“ Von der Champions League bis in die untersten Amateurligen – überall komme Bestechung vor. Der Krimi solle helfen, das kriminalistische Problem in die Bevölkerung zu tragen. Bahrs: „Das Buch hat den Kern getroffen!“