Die Riesenlücke von Ottensen: Darum wird hier immer noch nicht gebaut

Brachfläche mit Häusern rundum
Auf der Fläche an der Barnerstraße soll die neue Zentrale der Sparda-Bank entstehen. Rechts: Ein letztes stehengebliebenes Abrisshaus

Jahrelang stand die historische Eckbebauung leer und gammelte als Lost Place vor sich hin, dann begann im November 2024 der Abriss – und nun herrscht schon wieder Stillstand auf der Riesenlücke im Herzen von Ottensen. Längst hätte auf der Brachfläche an der Barnerstraße ein schicker Wohnblock stehen sollen. Weil das nicht klappte, wurden die Pläne geändert: Jetzt soll dort die neue Zentrale der Sparda in den Himmel wachsen. Bloß – wann? Der Bezirk Altona müsste die Antwort wissen.

Fast neun Monate, nachdem die Sparda den Bauantrag für ihr Bürogebäude (Marketingsprech: „Sparda-Campus“) eingereicht hat, haben sich die ersten wilden Kräuter angesiedelt auf der Brache neben dem Rewe-Parkplatz. Was dauert da so lange? Von außen wird die Bankzentrale doch genauso aussehen wie der schicke Wohnblock, der eigentlich an der Stelle versprochen war?

Sparda: Bauamt hat den Neubau noch nicht genehmigt

Das Bezirksamt hält sich bedeckt: „Eine Baugenehmigung für den Neubau der Sparda-Zentrale wurde bislang noch nicht erteilt, da sich der Antrag derzeit noch in der Prüfung befindet“, heißt es aus der Pressestelle. Wann die Prüfer fertig sind? Das steht in den Sternen, oder wie es im Behördendeutsch heißt: „Zum aktuellen Zeitpunkt kann das Bezirksamt keinen verlässlichen Zeithorizont nennen.“ Klingt nicht so, als sei der angepeilte Baubeginn Anfang 2026 in trockenen Tüchern.

Stephan Liesegang, Sparda-Bank-Vorstand, zeigt, wie der Neubau an der Barnerstraße aussehen wird.
Februar 2024: Stephan Liesegang, Sparda-Bank-Vorstand, zeigt, wie der Neubau an der Barnerstraße aussehen soll.

Es zieht sich: Seit 2019 beschäftigt das große Gelände neben dem Rewe die Bewohner des Stadtteils. Wohnungen, Werkstätten und Restaurants sollten in einem schicken Neubau entstehen, so das Versprechen. Dafür sollte die einstige Fischfabrik weichen, und auch in dem Mamma-Mia-Flachbau gingen nach 40 Jahren die Pizzaöfen aus. Es folgten quälende Jahre, in denen der neue Eigentümer, die Köhler & von Bargen Gruppe, mit den Eigentümern der Nachbargrundstücke verhandelte, aber – so die offizielle Version – keine Zustimmung für den Wohnungsbau im Mischgebiet erreichen konnte. Unterdessen verwandelten sich die leer stehenden Gebäude in wahre Biotope, überwuchert von blühendem Efeu, in denen sich Bienen und Schmetterlinge tummelten.

Sparda will ihre neue Zentrale bauen

Im Februar 2024 schien der Knoten eigentlich geplatzt: Die Sparda verkündete, sie habe das Grundstück gekauft und werde dort ihre neue Zentrale errichten. Von außen solle das Bürogebäude so aussehen wie der eigentlich geplante Wohnblock: helle Fassade, tiefe Fenster. Die 60 Wohnungen sollen stattdessen an der Stelle der bisherigen Bankzentrale am Bahnhof Altona entstehen. Win-win, der Finanzsenator gratulierte, die Bezirkspolitik jubelte.

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Im Sommer 2024 genehmigte der Bezirk Altona den Vorbescheid, im Februar 2025 reichte die Sparda den Bauantrag für ihre neue Zentrale ein: Büros für 600 Mitarbeiter, statt Wohnungen für 60 Mietparteien. Im April 2025 wurden die Altbauten nach sechs Jahren Leerstand mitten im Szenestadtteil abgerissen (bis auf ein letztes, entkerntes Haus, das rätselhafterweise immer noch auf dem zukünftigen Baufeld steht), der Schuttberg verschwand – und nix weiter passierte. Immerhin: Bevor die Baugrube ausgehoben wird, soll wohl auch das letzte Abrisshaus verschwinden.