Jerome Harder
  • Jerome Harder (32), Inhaber des Kinderkarussells „Highway Rallye No. 2“, wünscht sich Normalität zurück.
  • Foto: Florian Quandt

Trotz Umsatzeinbruch: Was die Dom-Schausteller glücklich macht

Lange mussten sich Jahrmarkt-Fans gedulden. Doch seit etwa zwei Wochen gibt’s wieder Rummel auf dem Heiligengeistfeld. Heißt: Achterbahn, Bratwurst und jede Menge Spaß. Doch nach anderthalb Jahren Corona-Pause ist der Sommer-Dom in diesem Jahr anders als gewohnt. Strenge Hygiene-Auflagen und reduzierte Besucherzahlen drücken die Stimmung. Drei Dom-Schausteller haben für die MOPO Halbzeitbilanz gezogen – und die fällt gemischt aus.

„Es macht immer Spaß Schausteller zu sein, weil wir anderen Menschen Freude bereiten“, sagt Robert Kirchhecker, Präsident des Schaustellerverbands Hamburg von 1884. „Aber unter diesen Bedingungen ist es schwierig“, fügt der 45-Jährige hinzu. Was Kirchhecker meint, sind die sehr hohen Hygieneauflagen, die zurzeit für den Hamburger Dom gelten. Nur Personen, die getestet, geimpft oder genesen sind, dürfen das Dom-Gelände betreten. Zudem benötigen die Gäste ein Ticket und haben jeweils nur ein Zeitfenster von drei Stunden auf dem Gelände zur Verfügung. Auch die Maske ist Pflicht.

Hamburger Corona-Dom: „Die Bedingungen sind schwierig“

„Durch die strengen Auflagen brechen mir 30 Prozent meines Umsatzes weg“, erklärt Kirchhecker, der auch Inhaber der „Bauernkate“ ist. Gerade für Gastronomie-Betriebe ist die Situation kompliziert. Die Betreiber:innen von Fahrgeschäften können sich mit dem „Corona-Dom“ besser arrangieren. „Für uns ist die Sache positiver als wir es vorher erwartet hatten“, berichtet Johannes Eberhard, Inhaber der Achterbahn „Wilde Maus“. Das liegt aber auch daran, dass in diesem Jahr rund ein Drittel weniger Schausteller:innen auf dem Hamburger Dom vertreten sind.

Robert Kirchhecker
Robert Kirchhecker (42) ist nicht nur Inhaber der „Bauernkate“, sondern auch Präsident des Schaustellerverbands Hamburg von 1884 e.V.

Für den 72-Jährigen bedeutet das weniger Konkurrenz: „Wir sind mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden.“ Auch Jerome Harder, Inhaber des Kinderkarussells „Highway Rallye No. 2“, kann das bestätigen. „Mir fiel ein Stein vom Herzen, als wir aufmachen konnten und ich gesehen habe, wie die Leute auf den Platz geströmt sind.“ Für die Besitzer der Fahrgeschäfte hält sich der wirtschaftliche Verlust daher in Grenzen.

Hamburger Dom: „Noch nie so ein freundliches, geduldiges Publikum erlebt“

Trotz der widrigen Umstände freuen sich alle, dass der Dom überhaupt stattfinden kann, und sind glücklich über jeden Gast, den sie begrüßen können. „So ein freundliches, geduldiges Publikum habe ich noch nie erlebt“, sagt Eberhard. „Wie die Menschen hier miteinander umgehen und uns unterstützen, ist einfach toll.“

Dennoch hoffen die Schausteller, dass in Zukunft wieder Normalität einkehren kann. „Einige kommen besser mit der Situation klar und andere weniger. Aber der Dom lebt davon, dass alle Schausteller:innen zufrieden sind“, sagt Kirchhecker. Daher müsse man überlegen, ob Zeitfenster, Masken und das Klammern an den Inzidenzwerten der richtige Weg seien.

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„Die Time-Slots stressen die Leute. Sie kaufen dann eben nur eine Fahrt anstatt gleich eine zweite Runde zu drehen“, so Harder. Auch die Maskenpflicht kann der 32-Jährige nicht nachvollziehen. „Wir sind hier draußen an der frischen Luft, es gibt genug Platz und kontrollierte Zugänge.“  Letztlich sei der Dom eine Veranstaltung der Stadt Hamburg für seine Bürger, sagt Kirchhecker. Da solle man versuchen den nächsten Dom so normal wie möglich zu gestalten. Denn eins ist klar: „Die Leute freuen sich auf den Hamburger Dom.“

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