Reeder warnen vor Gefahr für Seeleute im Golf: „Es hat Verletzte und Tote gegeben“
Wegen des Iran-Kriegs wächst die Sorge um die Sicherheit der Handelsschifffahrt im Persischen Golf. Nach Angaben des Verbands deutscher Reeder sitzen dort mehr als 2000 Schiffe mit rund 20.000 Seeleuten fest – auch deutsche Reedereien sind betroffen.
Der Verband deutscher Reeder (VDR) blickt mit großer Sorge auf die Lage der Handelsschifffahrt im Persischen Golf. Seit Beginn des Kriegs Ende Februar sitzen dort nach Angaben von VDR-Präsidentin Gaby Bornheim mehr als 2000 Handelsschiffe mit rund 20.000 Seeleuten fest.
Darunter seien mindestens 50 Schiffe von zehn deutschen Reedereien. An Bord befänden sich etwa 1000 Seeleute. Rund 20 Handelsschiffe seien bereits attackiert worden. „Es hat Verletzte und Tote gegeben.“
Risiko für Crews bleibt hoch
Die Versorgungslage auf den Schiffen bezeichnete VDR-Hauptgeschäftsführer Martin Kröger als gut. Die Schiffe hätten Proviant für rund vier Wochen an Bord. Zudem gebe es die Möglichkeit zur Nachversorgung.
Trotzdem sei die Gefahr groß. „Das Risiko beschossen zu werden, ist real“, sagte Kröger. Die Crews könnten ihre Schiffe nicht verlassen, weil diese nicht einfach wie ein Auto geparkt werden könnten.
Die Schiffe seien weiter in Betrieb und müssten überwacht und betreut werden. Wegen der Gefahren würden die Arbeiten aber vor allem unter Deck erledigt, sagte Kröger.
Handelsschifffahrt im Persischen Golf: Deutschland mit großer Flotte
Die deutsche Handelsflotte umfasste im vergangenen Jahr 1716 Schiffe. Das seien minimal weniger als im Jahr zuvor, sagte Bornheim. Deutschland habe damit die siebtgrößte Handelsflotte der Welt.
Davor lägen unter anderem China, Griechenland und Japan. Bei den Containerschiffen liege Deutschland im weltweiten Vergleich auf Platz zwei – vor China, aber hinter der Schweiz. Dass die Schweiz ohne Zugang zum Meer an der Spitze steht, liege allein an der weltgrößten Reederei MSC mit Sitz in Genf.
Handelsschifffahrt im Persischen Golf: VDR fordert Seedienst
Mit Blick auf die Debatte über eine Wehrpflicht und eine bessere Absicherung des deutschen Außenhandels brachte der VDR einen freiwilligen Seedienst ins Gespräch. Der Vorschlag: ein Jahr auf deutschen Handelsschiffen.
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Dieser Dienst könnte der Handelsschifffahrt beim Aufbau einer maritimen Personalreserve helfen. Zudem sollte er jungen Leuten bei der Ausbildung angerechnet werden. Falls es zu einer allgemeinen Wehrpflicht komme, solle der Seedienst als Ersatzdienst anerkannt werden, sagte Kröger. (dpa/mp)
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