Hamburg
Der wohl schönste Spazierweg Hamburgs: erstaunlich anstrengend – aber lohnenswert
Das Treppensteigen lohnt sich: Wer diesen etwas versteckten Weg gefunden hat, wird mit Ausblicken über die Elbe und schattigen Wegen durch alte Parks belohnt.
Weite Ausblicke über Elbe und Hafen, aber auch ganz schön viele Treppenstufen: Einer von Hamburgs schönsten Spazierwegen (wenn nicht sogar der schönste!) führt auf knapp 20 Kilometern oberhalb der Elbe vom Fischmarkt bis nach Wedel. Die MOPO hat das Hohe Elbufer in zwei Etappen erkundet – heute geht es von der Palmaille bis nach Neumühlen.
Denkmal am Wegesrand
Hinter dem „Café Schmidt“ an der Großen Elbstraße geht es bergauf zum Hohen Elbufer. Wer sich den Aufstieg sparen will, startet von der Palmaille – hinter dem Haus Nr. 45 führt ein Weg zum Hohen Elbufer, vorbei am Schiffsanker und der Schraube, die zwischen Findlingen liegen und Bezug nehmen auf das Helgoland-Denkmal daneben. Das Sandstein-Monument erinnert an das Seegefecht vor Helgoland 1864. Damals hatte ein österreichischer Flottenverband siegreich gegen dänische Kriegsschiffe gekämpft.
Mini-Biergarten
Ohne die bunten Lämpchen, die durch die Bäume leuchten, wären wir fast an der „Hafenmeisterei“ vorbeigegangen. Der Kiosk mit dem kleinen Biergarten ist ein verwunschener Ort und zumindest unter der Woche ist hier immer ein Plätzchen frei. Mitten im Grünen, dicht an der Elbe und trotzdem schön ruhig. Geöffnet ist täglich ab 11 Uhr.
Weitblick vom Balkon
Treffpunkt für alle, die gern Schiffe von den Holzbänken oder von der großen Wiese aus beobachten wollen, Sonne und Sonnenuntergang genießen oder Freunde treffen wollen, ist der Altonaer Balkon. 27 Meter über der Elbe steht hier auch die Bronzeplastik „Fischer“ von Gerhard Brandes aus dem Jahr 1968, die an die Blütezeit Altonas als Fischereistadt erinnert.
So viele Stufen!
Weiter in Richtung Neumühlen, immer den Schildern in Richtung Hohes Elbufer nach, gehört Treppensteigen zum Spazierweg dazu. Weiß leuchten die renovierten Gründerzeitvillen an der Rainvilleterrasse. Aus der ehemaligen Seefahrtschule ist der Campus Rainvilleterrasse geworden. Auch ein Hotel mit Panoramablick ist in das denkmalgeschützte Gebäude eingezogen.
Der Elbhang an der Rainvilleterrasse soll bis 2030 zu einer Grünanlage umgestaltet werden. Zu wünschen wäre, dass dann auch der seit 86 Jahren stillgelegte Chemnitz-Bellmann-Brunnen wieder Wasser spenden würde. Vom Trubel am Altonaer Balkon ist nichts mehr zu spüren. Nur einige Hundebesitzer, Jogger und Spaziergänger sind hier unterwegs.
Villen und Parks
Mit dem Heinepark beginnt eine Reihe von Elbparks, die zu Landhäusern wohlhabender Hamburger gehörten. Salomon Heine, Onkel des Dichters Heinrich Heine, war Bankier. Von seinem Anwesen sind nur das Gartenhaus und die Villa Therese (heute ein Wohnhaus) erhalten geblieben. Das weiße Haus im Park, die Plangesche Villa, wurde 1913 erbaut und ist Sitz des Business Club Hamburg. Vorbei an jahrhundertealten Blutbuchen und Platanen auf der einen und Elbe mit Containerhafen auf der anderen Seite führt der Höhenweg in den Donnerspark.
Der war im 19. Jahrhundert im Besitz von Conrad Hinrich Donner. Der Bankier ließ hier ein Schloss mit Elbblick erbauen, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Die Parkanlage blieb kaum verändert erhalten und ist längst für jedermann zugänglich. Wer jetzt keine Treppen mehr steigen möchte, nimmt die letzten Stufen nach unten und geht am Elbufer zurück.
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