Der große MOPO-Test: Was taugt pflanzliche Salami?
Salami ist eine der beliebtesten Wurstsorten der Deutschen – kein Wunder, dass auch die pflanzlichen Alternativen mittlerweile überall im Handel zu finden sind. Rilana Rentsch (37) von „Katers Köök“ hat für die MOPO-Kolumne „Gras und Steine“ einige getestet.
Neugierig guckt Kater Avicii zu, was da mit den Wurstscheiben passiert. Er ist eine von fünf Tierschutzkatzen, die in dem Café und veganen Deli im Kleinen Schäferkamp 24 (Eimsbüttel, www.katers-koeoek.de) ein Zuhause bekommen haben. Um die Kosten für Futter, Streu und Tierarzt zu decken, können Patenschaften übernommen werden. Gäste ab zehn Jahren können das „Katers Köök“ besuchen.
Rilana Rentsch von „Katers Höök“ testet vegane Salami
Frühstück und Torten gibt es natürlich in der Katzenküche, aber auch Sandwiches, Backvischbrötchen oder Curryvurst. Das Tofurührei auf Wunsch mit Speck, der aus einer angebratenen geräucherten Salami gezaubert wird. Welcher? Geschäftsgeheimnis, sagt Rilana, „wir haben lange nach der richtigen gesucht.“
Mal sehen, ob unsere acht Sorten des Salami-Wettbewerbs mithalten können. Sechs Produkte kommen aus dem Supermarkt – von Rewe Beste Wahl, Rügenwalder Mühle, Billie Green und Green Legend. Wheaty aus dem Bioladen und Herbasch aus dem Onlinehandel. Die Preise pro 100 Gramm variieren schon mal stark: von 1,39 bis 2,49 Euro.
Das soll nicht der einzige Unterschied bleiben. „Ich finde, wenn auf einem Produkt ,nach Salami-Art‘ steht“, sagt Rilana Rentsch, „dann muss es auch ans Original rankommen.“ Und so testet sich Rilana von Sorte zu Sorte, manchmal verzieht sich ihr Gesicht. „Das hat mit Salami so gar nicht zu tun“, entfährt es ihr. Sie soll am Ende für jedes Produkt Punkte vergeben, 5 Punkte sind die Bestnote. „Darf ich auch null Punkte geben?“, fragt Rilana. „Klar“, sage ich, „wenn’s nicht besser ist.“
Rilana bewertet Geschmack, das Aussehen und die Konsistenz – nicht die Zutatenliste. Unsere Wurstalternativen bestehen aus Weizen- oder Erbsenproteinen und unterschiedlich vielen weiteren Zutaten. Wie auch die fleischhaltigen Originale enthalten pflanzliche Alternativen oft zu viel Salz.
Am Ende gibt es zwei Sieger: ein Produkt von der Rügenwalder Mühle. Und die vegane Wurst von Herbasch, die weniger mit ihrem Aussehen punktet – dafür aber mit Geschmack und Konsistenz. Rilanas Fazit: „Da waren schon ganz gute Produkte dabei. Aber da ist noch Luft nach oben für Verbesserungen.“
Die Bewertungen unserer Expertin
1. Vegane Mühlen-Salami Feinschmecker Art, Rügenwalder Mühle, Weizenprotein, 80 g/1,69 Euro: „Optisch sehr real, würzig, zerfällt nicht im Mund“, sagt Rilana. „Kommt einer Salami nahe, hat eine gute Konsistenz und riecht angenehm.“ ★★★★
2. Vegane Mühlen-Salami klassisch, Rügenwalder Mühle, Weizenprotein, 80 g/1,69 Euro: „Marmorierung sieht etwas künstlich aus“, sagt Rilana, „hat optisch nicht viel mit einer Salami zu tun. Konsistenz ist weicher, riecht angenehm, auch der Geschmack ist o.k., schmeckt aber nicht wirklich nach Salami. ★★
3. Vegane Salami Baguette-Style, Billie Green, Weizenprotein, 70 g/1,69 Euro: „Optisch in Ordnung und gut, dass die Vurst mal eine andere Form hat“, sagt Rilana. „Sie schmeckt leider sehr dominant süßlich und hat vom Geschmack nicht viel mit Salami zu tun.“ ★★★
4. Veganer Aufschnitt Typ Salami, Rewe Beste Wahl, Erbsen-/Ackerbohnenprotein, 80 g/1,29 Euro: „Die Farbe sieht verboten aus“, fällt Rilana sofort ins Auge. „Die Scheiben brechen auseinander, es gibt keinen Widerstand beim Abbeißen, aber irgendwas Stückiges ist da drin. Die möchte ich nicht noch einmal essen.“ Null Sterne
5. Veganer Aufschnitt nach Art Salami, Wheaty (bio), Weizenprotein, 100 g/2,49 Euro: „Sieht gar nicht nach Salami aus, riecht auch nicht danach“, sagt Rilana. „Die Scheibe hat aber eine gute Konsistenz, schmeckt auch gut, aber nicht nach Salami. Ein anderer Name für diesen würzigen Aufschnitt wäre passender.“ ★★
6. Vegane Salami Klassik, Billie Green, Weizenprotein, 70 g/1,59 Euro: „Sehr, sehr würzig, man hat was zu beißen“, so Rilanas erste Reaktion. „Paprika-Salami würde besser als Name passen. Die Marmorierung ist o.k., auch wenn die Scheiben am Rand etwas orange werden. ★★
Das könnte Sie auch interessieren: Die Suche nach der besten Hafermilch
7. Vegane Salami, Green Legend, Erbsen-/Ackerbohnenprotein, 80 g/1,11 Euro: „Optisch hell und unnatürlich“, sagt Rilana, es sei dem Rewe-Produkt ähnlich. „Es hat einen penetranten Geschmack. Mehr als zwei Stücke könnte ich davon nur im Notfall essen, wenn ich auf einer einsamen Insel strande.“ ★
8. Der Klassiker, Herbasch, Weizeneiweiß, 400 g/8,50 Euro: „Optisch gleicht sie einer ganzen Salami, das lässt sie wertig erscheinen“, sagt Rilana Rentsch. „Die Marmorierung ist schwach und hat mit einer Salami nichts zu tun. Aber der Biss und das Kaugefühl sind absolut wie bei einer Salami.“ Die vegane Wurst sei sehr, sehr würzig und sehr rauchig, „ein guter Geschmack“. ★★★★