Collien Fernandes und ihr Ex-Mann Christian Ulmen: Der Fall Ulmen führt zu Demonstrationen gegen sexualisierter Gewalt gegen Frauen. (Fotomontage)

Collien Fernandes und ihr Ex-Mann Christian Ulmen. (Fotomontage) Foto: picture alliance / SvenSimon | Malte Ossowski/SVEN SIMON

Der Fall Ulmen: Prominente Frauen rufen zu Demo in Hamburg auf

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Der Fall Ulmen schlägt seit Tagen große Wellen: Immer mehr prominente Stimmen solidarisieren sich mit Collien Fernandes und rufen zu Protesten gegen sexualisierte Gewalt gegen Frauen auf. Auch in Hamburg ist eine Demonstration angekündigt.

Fernandes wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen im „Spiegel“ vor, gefälschte pornografische Bilder und Videos von ihr digital verbreitet zu haben, sogenannte „Deepfakes“. Seitdem solidarisieren sich viele Frauen mit der Moderatorin – im Netz und auf der Straße. Ulmens Anwalt weist die Anschuldigungen zurück. Der Jurist kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung des „Spiegel“ an, bei der es sich „in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung” handle. Zudem würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet”. Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Auch in Hamburg rufen viele prominente Stimmen zu einer Demonstration gegen sexualisierte Gewalt gegen Frauen auf. Diese ist für Donnerstag, 26. März, um 17.30 Uhr am Rathausmarkt geplant.

Hamburger Prominente rufen zur Demonstration gegen sexualisierte Gewalt auf

Eine der Initiatorinnen ist die Hamburger Politikerin Annika Urbanski (SPD). Auf ihrem Instagram-Kanal schreibt sie: „Viele von uns fühlen das Gleiche: Wut. Fassungslosigkeit. Ohnmacht. Und gleichzeitig dieses starke Bedürfnis: Wir müssen etwas tun.“ Die Demo soll unter dem Motto „Es reicht! Die Scham muss die Seite wechseln“ statt.

Damit bezieht sie sich auf den Fall Pelicot. In dem berühmten Prozess in Frankreich machte Gisèle Pelicot öffentlich, dass ihr Mann Dominique Pelicot sie jahrelang betäubt und mehr als 80 Männern zum Vergewaltigen überlassen hatte.

Demonstration auch in Berlin

Die Demonstration in Hamburg wird unter anderem von der Klimaaktivistin Luisa Neubauer und der Kolumnistin Alexandra Zykunov unterstützt.

Auch darüber hinaus bekunden viele Prominente, Politiker und Aktivisten ihre Unterstützung für Collien Fernandes. „Mir fehlen die Worte für das alles“, schreibt Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne). Sie bedankt sich für „Mut, Offenheit und Stärke“, darüber so zu sprechen und anderen Betroffenen zu zeigen, dass sie nicht allein sind. Digitale Gewalt gehöre „hart bestraft“, um Frauen besser zu schützen. Auch die Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die Komikerin Carolin Kebekus und die Grünen-Politikerin Ricarda Lang solidarisieren sich öffentlich.

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Auch in der Hauptstadt formt sich Protest: Um 16 Uhr findet am Sonntag eine Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin statt. Unter dem Motto „Sexualisierte und digitale Gewalt stoppen!“ Zu der Demo hat auch Collien Fernandes aufgerufen. mp)

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