Demo in Hamburg: Tausende protestieren gegen das Mullah-Regime
Unter dem Motto „Iran ist alles, was wir haben” demonstrieren Exil-Iraner in der Hamburger Innenstadt gegen das islamische Regime in ihrem Heimatland.
Sie schwingen iranische Flaggen und halten Schilder mit der Aufschrift „Offline seit 10 Tagen“ hoch. In der Mönckebergstraße sind heute viele Iranerinnen und Iraner sowie ihre Unterstützer zusammengekommen, um gegen die politische Führung und die Gewalt im Iran zu protestieren. Außerdem fordern sie einen friedlichen Machtwechsel: Viele der Demonstranten wollen Reza Pahlavi als neues Staatsoberhaupt – den im amerikanischen Exil lebenden Sohn des 1979 gestürzten Schahs.
Zu der Demonstration aufgerufen hatte nach Angaben der Polizei die Constitutionalist Party of Iran, die für eine konstitutionelle Monarchie eintritt. Auf einem Plakat hieß es: „Dies ist die letzte Schlacht, Pahlavi, der Schah von Iran, kommt“.
Führung im Iran: Trump für Massenproteste verantwortlich
Unter einem Porträt von ihm zeigten die Demonstranten die Parole „Make Iran great again“, angelehnt an das Wahlkampfmotto von US-Präsident Donald Trump. Zahlreiche Teilnehmer der Kundgebung, unter ihnen viele Frauen, trugen iranische Flaggen mit dem Löwensymbol aus der Herrschaftszeit des Schahs. Auf einer Fotomontage wurde das Gesicht des obersten iranischen Führers, Ajatollah Ali Chamenei, mit dem von Adolf Hitler kombiniert.
Irans oberster Führer hat eingeräumt, dass es Tausende Tote während der jüngsten Proteste in Iran gegeben habe. Einige Menschen seien auf „unmenschliche, brutale Weise“ getötet worden, sagte Chamenei laut einer Übersetzung der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews. Der Ajatollah machte den US-Präsidenten für die landesweiten Massenproteste verantwortlich. Vor Anhängern in Teheran sagte Chamenei, Trump habe persönlich in die Unruhen eingegriffen und die „Aufständischen“ ermutigt, weiterzumachen und keine Angst zu haben.
Demo in Hamburg: Veranstalter rechnet mit Tausenden
Laut Veranstalter waren 5.000 bis 7.000 Menschen für die Veranstaltung angemeldet. Wie viele genau teilnahmen, dazu macht die Polizei auch Stunden nach Ende der Demonstration keine Angaben. Es kursieren Zahlen zwischen 10.000 und 12.000.
Zunächst verlief die Demonstration friedlich, so ein Sprecher. Kurz vor 18 Uhr kam es jedoch zu einem Vorfall am Jungfernstieg, bei dem zwei Personen verletzt wurden, ein Mensch schwebt in Lebensgefahr. Ob die Attacke mit der Demonstration im Zusammenhang steht, ist allerdings noch nicht klar.
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Hamburg reiht sich damit in eine Vielzahl von Protesten gegen das Mullah-Regime ein. Unter anderem in London, Amsterdam und Barcelona sind Exil-Iraner bereits auf die Straße gegangen, um für die Freiheit ihres Volkes zu demonstrieren. In der Hansestadt lebt die größte iranischstämmige Gemeinschaft in der gesamten EU. (mp/dpa)
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