„Sprache ist der Schlüssel“: Demo gegen das Aus für Integrationskurse in Hamburg
Seit Wochen regt sich der Protest gegen das vom CSU-Bundesinnenministerium beschlossene Aus für Integrationskurse. Mehrere Organisationen rufen nun in Hamburg zu einer Demonstration gegen die Kürzungen der Sprach- und Kultur-Seminare, die Einwanderern bei der Integration helfen sollen, auf.
„Der Zugang zu Sprach- und Integrationskursen ist ein zentraler Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe und berufliche Perspektiven. Der verhängte Zulassungsstopp ist integrationspolitisch fatal und sozial unverantwortlich“, erklärte Detlef Zunker, Sprecher der Fachgruppe Erwachsenenbildung bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Hamburg, die zu der Demo am 9. April um 15 Uhr vor dem Fraktionsbüro der Hamburger CDU (Schmiedestraße 2) aufgerufen hat.
Hamburg: Demo gegen Streichung von Integrationskursen
„Hier wird auf dem Rücken der Schwächsten gespart – und zugleich die Arbeit tausender Lehrkräfte entwertet“, so Zunker. Der Zulassungsstopp betreffe bundesweit rund 130.000 Menschen – darunter Asylsuchende, Kriegsgeflüchtete aus der Ukraine sowie Menschen mit einer Duldung. In Hamburg verlieren geschätzt 6000 Menschen den Zugang zu Sprach- und Integrationsangeboten.
Nach Einschätzung der GEW Hamburg wird etwa die Hälfte der Integrationskurse künftig nicht mehr stattfinden können. Das betreffe nicht nur die Einwanderer, sondern auch die Bildungsträger, die durch die Streichung in existenzielle Probleme geraten würden. „Die berufliche Zukunft von rund 20.000 Lehrkräften ist akut gefährdet“, warnt die GEW.
Die GEW Hamburg kritisiert die Entscheidung des Bundesinnenministeriums scharf und fordert die sofortige Rücknahme der Maßnahme. Die Demo richte sich auch gegen die politische Verantwortung von CDU/CSU für die Kürzung.
Diakonie kritisiert CSU-Innenminister: „Sprache ist der Schlüssel für eine Integration in die Gesellschaft“
Die Diakonie Hamburg unterstützt den Aufruf der GEW. „Sprache ist der Schlüssel für eine Integration in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt – daher appelliert die Diakonie an die CDU Hamburg, sich mit Nachdruck beim Bundesinnenministerium dafür einzusetzen, dass die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) verfügten Kürzungen der Integrationskurse zurückgenommen werden“, heißt es in der Mitteilung an die Presse.
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„Neben des geplanten Zulassungsstopps der Integrationskurse ist auch das bevorstehende Aus der Asylverfahrensberatung Ausdruck einer zunehmend migrationsfeindlichen Politik der Bundesregierung“, heißt es in der Stellungnahme der Diakonie. „Dies sendet ein fatales Signal für die hier lebenden Menschen mit Migrationsgeschichte.“
Deutschland sei ein Einwanderungsland und auf Migration angewiesen. Allein um dem Fachkräftemangel durch den demografischen Wandel entgegenzuwirken, benötige die Bundesrepublik laut Studien jährlich bis zu 400.000 Zuwanderer.
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