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Demo für Scharia und Kalifat: Islamisten ziehen durch Hamburg – Verfassungsschutz warnt

Demonstration der türkischen Furkan-Bewegung auf dem Steindamm in St. Georg

Demonstration der türkischen Furkan-Bewegung auf dem Steindamm in St. Georg. (Archivbild)

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Gözübüyük

City -

Der Westen ist ihr Feind, sie wollen ein weltweites Kalifat, in dem die Scharia gilt – und sehen Krieg als legitimes Mittel, ihr Ziel zu erreichen: Die Anhänger der seit 2016 vom Landesamt für Verfassungsschutz beobachteten islamistischen Organisation „Furkan“ wollen am Sonnabend erneut in der Hamburger Innenstadt demonstrieren. Zuletzt waren im vergangenen Oktober rund 220 Personen auf die Straße gegangen.

Unter dem Motto „Freiheit für Alparslan Kuytul“ werden nach Schätzung des Veranstalters rund 100 Teilnehmer ab 18 Uhr von der Kurt-Schumacher-Allee bis zum Hansaplatz (St. Georg) ziehen. Doch laut Landesamt für Verfassungsschutz könnte die Teilnehmerzahl höher ausfallen.

Furkan-Gemeinschaft strebt Errichtung eines Kalifats an

Hinter dem Veranstalter steht die aus der Türkei stammende islamistische Furkan-Gemeinschaft. Sie strebt laut Verfassungsschutz die Errichtung einer islamischen Zivilisation an, eine Art weltweites Kalifat, in dem die Regularien der Scharia gelten sollen.

„Die westlichen Länder insgesamt gelten als Feindbilder der Gemeinschaft; speziell die USA und Israel. Als Teil einer so genannten ,Vorreiter-Generation' sieht sich die Furkan-Gemeinschaft auch islamistischen Vordenkern sowie jihadistischen Ideologen und Aktivisten verbunden. Der angestrebten ,Islamischen Zivilisation' soll es nach der Furkan-Ideologie auch gestattet sein, Kriege zur Durchsetzung ihrer Ziele zu führen“, schreibt der Hamburger Verfassungsschutz.

Die türkische Organisation öffnet sich für weitere Islamisten

Weiter heißt es: „Nachdem es sich in der Vergangenheit überwiegend um Anhänger mit türkischem Migrationshintergrund handelte, öffnet sich die Organisation mittlerweile auch für Personen anderer Herkunft und anderer islamistischer Gruppierungen.“

Schwerpunkte liegen in Hamburg und Dortmund

Schwerpunkte der Organisation liegen demnach in Hamburg und Dortmund. Zudem verfügt sie über weitere Ableger in Berlin und München. Die Hamburger Organisation stützt sich auf den Verein „Jugend, Bildung und Soziales e.V.“

Früher agierte die Gruppierung eher im privaten Bereich. Seitdem ihr geistiges Oberhaupt, Alparslan Kuytul, in der südtürkischen Stadt Adana ins Gefängnis kam, agiert sie stärker in der Öffentlichkeit.

Erste Demo in der Hamburger Innenstadt im Oktober

Am 20. Oktober 2018 organisierten Furkan-Anhänger eine Demo in der Hamburger Innenstadt. Rund 240 Personen nahmen teil, darunter auch Anhänger aus anderen Städten. Weitere Demonstrationen gab es am 3. November 2018 in Dortmund und am 4. November 2018 in Berlin, zu denen auch Teilnehmer aus Hamburg anreisten. In beiden Städten hielt der Hamburger Vorsitzende ebenfalls die Abschlussrede.