Dauerkritik am Hamburger Fahrradparkhaus – so viele Plätze werden inzwischen genutzt

Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) bei der Eröffnung des Fahrradparkhauses an der Kellinghusenstraße im Jahr 2021.
Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) bei der Eröffnung des Fahrradparkhauses an der Kellinghusenstraße im Jahr 2021.

Es ist der Running Gag der Hamburger Verkehrspolitik: Alle paar Monate fragt der CDU-Politiker Richard Seelmaecker beim Senat nach dem Zustand des Fahrradparkhauses an der Kellinghusenstraße (Eppendorf). Das steht tatsächlich immer noch weitgehend leer, trotzdem gibt es eine positive Entwicklung. Gleichzeitig sollen in diesem Jahr hamburgweit mehr als 1000 neue Fahrradstellplätze entstehen.

Seine Fragen leitet Seelmaecker immer gleich ein – der Senat seine Antworten auch. Der CDU-Politiker weist wie nebenbei darauf hin, dass der „Bund der Steuerzahler das Fahrradparkhaus an der Kellinghusenstraße bereits Mitte November 2021 in sein Schwarzbuch aufgenommen hat“, woraufhin der Senat stets erwidert, dass das „Fahrradparkhaus Kellinghusenstraße als Zukunftsprojekt bewusst auf die Bedarfe der kommenden Jahre ausgelegt ist“.

Fahrradparkhaus Kellinghusenstraße: So ist die Auslastung

Zwölf Anfragen zu dem berühmt-berüchtigten Fahrradparkhaus an der U1- und U3-Haltestelle Kellinghusenstraße hat Seelmaecker seit der Eröffnung Ende Mai 2021 bereits gestellt. Die neueste Anfrage zu dem Dauerschleifen-Drama zeigt auch dreieinhalb Jahre später: Bei der Auslastung ist noch Luft nach oben.

Das Fahrradparkhaus an der Kellinghusenstraße hat 537 verfügbare Plätze.
Das Fahrradparkhaus an der Kellinghusenstraße hat 537 verfügbare Plätze.

Im Dezember waren zuletzt durchschnittlich 165 der insgesamt 537 Plätze belegt, das entspricht gerade einmal knapp 30 Prozent. Der stärkste Monat im Jahr 2024 war der Oktober mit durchschnittlich 179 abgestellten Rädern und der schwächste Monat der Januar mit 138 belegten Plätzen. Aber: In allen Monaten waren es laut der Senatsantwort immerhin mehr Fahrräder, als jeweils im Jahr 2023. Der Oktober hatte ein deutliches Plus von 24 Prozent, der Dezember von 18 Prozent.

Die insgesamt 537 Plätze teilen sich auf in 392 kostenfreie und 145 kostenpflichtige, letztere sind knapp über die Hälfte vermietet. Gleichzeitig schließen die Eppendorfer ihr Fahrrad anscheinend immer noch lieber an den Stellplätzen in der Goernestraße direkt neben dem Fahrradparkhaus an. Dort zählte die Behörde zuletzt 281 Stück.

Das steckt hinter dem „Bike + Ride“-Konzept des Senats

Das zweistöckige Gebäude ist Teil des „Bike + Ride“-Konzepts des Senats, das Fahrradabstellplätze vor U- und S-Bahnhöfen ausbauen soll. An 93 Hamburger Haltestellen gibt es bereits solche Anlagen, teils abschließbar in Boxen und teils frei zugänglich. Das Fahrradparkhaus in Eppendorf ist bislang (noch) das einzige seiner Art, in Harburg wird an einem zweiten geplant.

Im Jahr 2024 sind rund 800 neue Bike and Ride Plätze entstanden, zum Beispiel an den S-Bahn-Stationen Neugraben und Stellingen oder der U-Bahn-Station Horner Rennbahn. Damit gibt es jetzt hamburgweit insgesamt 27.800 Stellplätze, das im Jahr 2021 selbstgesteckte Ziel für Ende 2025 lautete 28.000. Es werden nun sogar noch deutlich mehr: In diesem Jahr sollen 1200 weitere dazu kommen, darunter am Hauptbahnhof und der S-Bahnstation Wilhelmsburg.