Schwimmende Arenen, schicke Parks, grünes Band: Hamburgs großer Olympia-Plan
Eine schwimmende Arena auf der Alster, autonome Kleinbusse und schicke Parks: Für die Olympischen Spiele hat der Hamburger Senat große Pläne. Ende Mai dürfen die Hamburger in einem Referendum über eine Bewerbung abstimmen. Die MOPO zeigt auf, wie neue Verkehrswege, temporäre Sportstätten und Unterkünfte die Stadt fit für Olympia machen sollen.
Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und der Hamburger Senat haben am Dienstag ihr Konzept vorgestellt, mit dem sie die Olympischen Sommerspiele nach Hamburg holen wollen.
Sportstätten für Olympia in Hamburg
Im Zentrum stehen der sogenannte „Olympic Park City“ und der „Olympic Park Altona“. Auf der Binnenalster sind zum Beispiel schwimmende Plattformen für 3×3-Basketball, Bogenschießen oder Padel geplant. Das Olympische Dorf sowie die drei olympischen Kernsportarten Leichtathletik, Turnen und Schwimmen sind in den Arenen im nördlichen Volkspark geplant. Der Senat will vor allem auf bestehende Sportstätten setzen. Temporäre Sportstätten sollen später an anderer Stelle zum Einsatz kommen, zum Beispiel Rampen aus dem Skatepark auf dem Heiligengeistfeld.

Ganz neu im aktuellen Konzept:
- Das Sportklettern soll am südlichen Elbufer gegenüber den Landungsbrücken, neben den Musical-Theatern, stattfinden.
- Nach Kritik von Umweltverbänden wird das Mountainbiking von den Harburger Bergen auf eine ehemalige Mülldeponie in Hummelsbüttel verlegt.
- Schießwettbewerbe finden anders als geplant nicht mehr in Suhl (Thüringen), sondern im Bezirk Wandsbek und bei Hamburg in Niedersachsen statt.
- Der Zielbereich des Straßenradrennens wurde an die Schnittstelle zwischen historischer Speicherstadt und moderner HafenCity gelegt.
Olympisches Dorf in der Science City
Rund 15.000 Athleten und Offizielle sollen während der Spiele in der bereits geplanten Science City in Bahrenfeld wohnen. Die Apartments entstehen in unterschiedlichen Größen für zwei bis acht Personen. Nach den Spielen sollen sie mit geringem Aufwand in reguläre Wohnungen für rund 9000 Hamburger umgewandelt werden können – mit einem Anteil geförderter Mietwohnungen von über 56 Prozent.

Tickets: Die Stadt will eine Million Tickets in der günstigsten Kategorie für die Hamburger vorbehalten. Für ehrenamtlich Engagierte und Menschen mit geringem Einkommen plant Hamburg ein kostenfreies Ticketkontingent.
Verkehr: Autonome Busse und kurze Wege
Mobilität: Die Stadt setzt auf kurze Wege zwischen den Sportstätten, sodass vieles zu Fuß erreichbar wird. In Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr sollen autonome Kleinbusse während der Spiele zum Einsatz kommen und eigene olympische Radspuren geschaffen werden. „Wir wollen den olympischen Verkehr CO₂-frei abwickeln“, sagte Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne).
Umwelt: „Olympisches Band” durch die Parks
Klimaneutralität: Die Spiele sollen nicht nur klimaneutral, sondern klimapositiv werden – also mehr CO2 einsparen, als verbrauchen. Die Stadt plant neben kurzen Wegen auch ein „Olympisches Band“, das sich vom Volkspark über den Bornkamppark, den Sportpark Lunapark, Planten un Blomen, den Bille- und Tidepark bis hin zum Wasserpark Dove-Elbe (Eichbaumsee) erstreckt. Die Parks sollen allesamt aufgewertet und verschönert werden.

Kritik von Linken und Umweltverband
Kritik: Zu groß, zu teuer – Kritik an Hamburgs Olympia-Bewerbung kam am Dienstag unter anderem von der Linken und dem Umweltverband BUND. Die Linke warnte vor steigenden Mieten, Verkehrschaos und Klimaschäden durch die Spiele. Mit den vergünstigten Tickets wolle man die Hamburger nur „ködern”, sagte Linken-Co-Fraktionschefin Heike Sudmann.
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Der BUND kritisierte, dass zu wenig über das Klima gesprochen werde. Allein das Geschäftsmodell setze globale Mobilität etwa durch Flüge voraus. Das könne nicht gut fürs Klima sein.
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