Das Plattdeutsche lebt wieder auf – dank Sprachlern-Apps
Plattdeutsch war lange Zeit die Sprache der Alten. Jetzt lebt die norddeutsche Redeweise wieder auf – dank Lern-Apps wie „Platt mit Beo“.
„Moin mien seuten, wo geiht di dat?“ und „So mokt wi dat“, sind gängige Redewendungen auf dem Land. Während vor Jahren überwiegend ältere Leute Platt snackten, interessieren sich inzwischen immer mehr junge Menschen für Plattdeutsch. „Wie meine Eltern mir berichteten, hatte das Plattdeutsche zu deren Schulzeit den Ruf einer Bauernsprache“, erzählt Halldor Hoyer vom Landschaftsverband Stade. „Heutzutage wird es als Bereicherung, als Teil unserer Kultur und Region geschätzt und der Erhalt entsprechend gefördert.“
Plattdeutsch auf dem Smartphone: App kommt gut bei Kindern an
Hoyer ist verantwortlich für die kostenlose Sprachlern-App „Platt mit Beo“, die es seit November 2024 gibt. „Wir haben tolles Feedback bekommen“, berichtet er. Das Projekt, welches mit Unterstützung der Universität Greifswald umgesetzt worden war, hat inzwischen 10.000 Nutzer.
Ursprünglich sei das öffentlich geförderte Angebot für den außerschulischen Bereich entwickelt worden, aber auch in Schulen werde es bereits vielfach verwendet. „Wir wollen das Plattdeutsche überregional bekannt machen und nun noch weitere Inhalte für Kinder schaffen“, erzählt Hoyer. „Jetzt kommt die App schon gut bei Kindern an, weil sie sehr bunt und ansprechend gestaltet ist, aber sie soll noch charmanter werden.“ Der Einsatz einer KI sei derzeit noch nicht geplant.
Plattdeutsch auf dem Smartphone: Je nach Region eine andere App
Schon jetzt animieren neben Grammatik und einem großen Wortschatz Tausende Audioaufnahmen und Spiele zum Lernen. Die App bietet interaktive Übungen, Hörbeispiele und praxisnahe Lektionen. Im Mittelpunkt steht der Beo, ein sprachbegabter Vogel, der die Nutzer durch zehn Lektionen führt. Die Übungen umfassen Übersetzungen, Lückentexte und Hörverstehensaufgaben. Bei korrekten Antworten zwitschert der Beo, bei falschen gibt er Hinweise zur Verbesserung.
Kinder, die des Plattdeutschen mächtig sind, könnten auch gut andere Sprachen lernen. „Dabei eignet sich das Niederdeutsche in besonderer Weise als Brückensprache“, berichtet er.
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Im Ostfriesland ist die ähnliche App „PlattinO“ für ostfriesisches Plattdeutsch am Start. Auch bieten Volkshochschulen Intensivkurse an. Für das digitale Erlernen von Münsterländer Platt gibt es die abgewandelte Sprachlern-App „PlattinO-Münsterland“. (dpa)
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