Hamburg

Das Ekel-Dach vom Bahnhofs-Parkhaus – warum passiert hier nichts?

Tauben sitzen auf dem Glasdach am Altonaer Bahnhof, daneben ein großes Werbeplakat.
Am Bahnhof Altona leben hunderte Tauben, die überall ihren Kot hinterlassen.

Seit Jahren schon bevölkern und verdrecken hunderte Tauben den Bahnhof Altona. Eine einfache Lösung wurde versprochen – doch passiert ist bisher nichts.

Wer am Bahnhof Altona seine Pommes unachtsam fallen lässt, kann sich vor tierischen Freunden kaum retten. Schon lange teilen sich die circa 138.000 Reisenden täglich den Platz mit Hunderten Tauben, die sich nicht nur unkontrolliert vermehren, sondern aufgrund falscher Ernährung auch überall ihren Kot hinterlassen. Seit über vier Jahren verspricht der Bezirk Altona, sich darum zu kümmern – bislang ist davon allerdings nichts zu merken. Woran hakt es?

Das Tauben-Problem am Bahnhof Altona besteht schon seit vielen Jahren: Die Tiere vermehren sich rasant und verschmutzen mit ihrem Kot große Teile des Verkehrsknotenpunkts. Auch die Vögel leiden darunter, sie sind fehlernährt und geschwächt.

Taubenschläge helfen Tauben und Reisenden

Die Lösung erscheint auf den ersten Blick einfach: Taubenschläge können den Tieren nicht nur einen Schlafplatz bieten, sondern auch artgerechtes Futter und Wasser. Zudem gäbe es dort die Möglichkeit, Eier gegen Gips-Attrappen auszutauschen. Tauben haben einen von Menschen angezüchteten Brutzwang, der sie dazu bringt, bis zu acht Mal im Jahr Eier zu legen.

Mehrere Tauben fressen auf einem überfüllten Müllcontainer vor gelber Wand.
Tauben ernähren sich hauptsächlich von Resten menschlichen Essens. (Symbolbild)

Im Jahr 2022 kam erstmals Bewegung in die Sache. Das Bezirksamt Altona kündigte an, nach geeigneten Standorten für Taubenhäuser zu suchen. „Bei den Tauben richten wir unseren Blick jetzt weg von der Vergrämung hin zum Tierschutz“, sagte die damalige Bezirkschefin Stefanie von Berg (Grüne). „Wir Menschen sind dafür verantwortlich, dass es sie gibt – immerhin sind sie die Nachkommen von Haus- und Brieftauben, die einst ausgesetzt wurden. Wir stehen hier also auch in der Verantwortung, uns um die Tauben zu kümmern.“

Das sind die ausgesuchten Taubenhäuschen-Standorte in Altona 

Über zwei Jahre dauerte es allerdings, bis das Bezirksamt die ausgewählten Standorte präsentierte: Ein Taubenhäuschen soll auf dem berühmt-berüchtigten Schmutz-Parkhaus neben dem Altonaer Bahnhof entstehen, ein zweites im Parkhaus in der Schillerstraße. Für den dritten Standort gibt es zwei Möglichkeiten: entweder auf der Ostseite des Bahnhofs oder in der Großen Bergstraße. Die Kosten für die drei Häuschen belaufen sich auf 80.000 Euro, dazu kommen jährliche Unterhaltungskosten.

Inzwischen sind weitere zwei Jahre vergangen – doch noch immer stehen keine Taubenhäuschen am Bahnhof Altona. Die Tauben hinterlassen weiterhin überall ihren Kot und wühlen in Essensresten.

Taubenhäuser in Altona wurden noch nicht einmal ausgeschrieben

Auf Nachfrage stellt sich heraus: Noch nicht einmal die Ausschreibung für die drei geplanten Taubenschläge ist bislang fertiggestellt. „Bis dato mussten beispielsweise komplexe Standort- und Unterhaltungsfragen geklärt werden, was bedauerlicherweise viel Zeit in Anspruch nimmt“, erklärt eine Sprecherin vage. 

Sehr viel Zeit offenbar – die Tauben dürften derweil noch einige Generationen ausbrüten, bevor die Verwaltung ihrerseits ihre Ausschreibung ausgebrütet hat. Bis dahin bleibt am Bahnhof Altona erst einmal alles beim Alten: Die Reisenden teilen sich den Bahnsteig mit hungrigen Vögeln – und sollten öfter mal den Blick nach oben schweifen lassen.

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