Lars Hinrichs

Lars Hinrichs, deutscher Unternehmer und Gründer des Internet-Netzwerkes Xing, baut in der HafenCity ein Museum für digitale Kunst. (Archivbild) Foto: picture alliance/dpa | Marcus Brandt

Darum investiere ich Millionen in ein ungewöhnliches Museum

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LED-Stripes fluten die Räume mit pulsierendem Licht, Spiegelwände multiplizieren den Blick, und Lidar-Sensoren machen die Besucher zu Teil der Kunst: In der HafenCity entsteht mit dem „UBS Digital Art Museumdas größte Museum für digitale Kunst in Europa. Millionen Euro aus privater Hand flossen bereits in das Projekt. Was dürfen die Hamburger erwarten?

Hinter Idee und Konzept steckt Lars Hinrichs – Erfinder von Xing und Nachkomme der Hamburger Bäckerfamilie „Stadtbäckerei”. Als Eigentümer, Betreiber und Hauptinvestor holt er die immersive Erfahrung aus Japan nach Hamburg, wie er im Interview mit dem Netzwerk „Turi.One” erzählt. Auf 6500 Quadratmetern – etwa der Fläche eines Fußballplatzes – sollen Besucher ab Ende 2026 in die Welt aus Licht, Farben und Bewegung eintauchen. Hinrichs’ Mission: Kunst erlebbar machen, statt sie nur zu zeigen.

Anders als klassische Museen soll sich im „UBS Digital Art Museum” alles um digitale Kunst und interaktive Installationen drehen. Hinrichs sieht in der Kunstform das Potenzial, so prägend wie Jugendstil, Pop Art oder Street Art zu werden. Er betont: das Museum soll kein Grab für sein Geld, sondern ein Ort der Freude werden.

Bisher sollen rund 50 Millionen Euro in das Projekt geflossen sein. Wie viel genau, will Hinrichs nicht verraten. Der Großteil der Investitionen kommt aber wohl von dem Unternehmer selbst. Hinrichs bezeichnet sich selbst als „wahnsinnig genug“, das Museum zu bauen – Kosten und Bauzeit fallen höher als geplant aus. Partner wie die Deutsche Telekom, Epson und Hapag-Lloyd unterstützen das Projekt ebenfalls. Über 13.000 Tickets wurden bereits verkauft – bevor das Museum überhaupt eröffnet hat.

Das Vorbild für das „UBS Digital Art Museum” steht in Tokio

2018 eröffnete das japanische Künstlerkollektiv „TeamLab” in Tokio das Vorbild für das Hamburger Museum: 7000 Quadratmeter interaktive Kunst, Spiegelräume und tausende LED-Stripes.

Das japanische Künstlerkollektiv „TeamLab” eröffnete 2018 in Tokio das Vorbild für das Hamburger Museum. (Archivbild) picture alliance / Kyodo
Eine Dauerausstellung des Künstlerkollektivs „TeamLab”
Das japanische Künstlerkollektiv „TeamLab” eröffnete 2018 in Tokio das Vorbild für das Hamburger Museum. (Archivbild)

Das japanische Künstlerkollektiv begeisterte mit seinen Ausstellungen auch in Helsinki und London Tausende Besucher. Schon bei seinem ersten Besuch in Tokio zog die immersive Ausstellung Hinrichs in ihren Bann. Sein Wunsch: Dieses Erlebnis in seine Heimatstadt bringen.

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Hinrichs Ziel: Er will einen neuen Besucher-Hotspot der HafenCity schaffen. In Hamburg sieht der Gründer und Betreiber großes Potenzial. Etwa 700.000 Besucher will er im Jahr anlocken. Das Museum liegt am Amerigo-Vespucci-Platz in unmittelbarer Nähe zu zur Elbphilharmonie und zum Hafenmuseum.

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