Mit diesen Plakaten macht „Campact“ auf die Verbindung zwischen Müller und der AfD aufmerksam.

Mit diesen Plakaten macht „Campact“ auf die Verbindung zwischen Müller und der AfD aufmerksam. Foto: Pauline Reibe 

Da kann einem übel werden: Darum hängen überall in Hamburg diese Plakate

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Den meisten Passanten müsste mittlerweile eins über den Weg gelaufen sein: Der Verein „Campact“ hat (nicht nur) in Hamburg großflächig Plakate geklebt, die auf die Verbindung des Industriellen Theo Müller zur AfD aufmerksam machen. „Mit AfD-Geschmack“ oder „Alles AfD oder was“ steht da neben unappetitlichen Bildern von „Müller-Milch“ und „Müller Milchreis“. Und das Thema beschäftigt nicht nur die Kampagnen-Organisation.

Eine Müller-Werbefigur hält sich schmerzverzerrt den Bauch und steht mit grünen Flecken im Gesicht neben der Abbildung eines zerbeulten „Müller Milchreis“, aus dem Flüssigkeit austritt. Aus einer kaputten „Müller-Milch“ läuft braune Flüssigkeit – die 28.000 Plakate, die „Campact“ überall in Deutschland an Laternen, Zäunen und Wänden befestigt sowie auf große Fassaden in acht Städten projiziert hat, sind alles andere als appetitanregend. Und das nicht ohne Grund: Im vergangenen Jahr erregte Theo Müller, Gründer des Milch-Imperiums, deutschlandweit Empörung, weil er seine Freundschaft mit AfD-Chefin Alice Weidel offen zur Schau stellte und sich grinsend mit ihr und seiner Frau ablichten ließ – Einladung zur privaten Geburtstagsfeier inklusive.

„Campact“ kritisiert Müller mit großer Plakatkampagne

Müller erklärte, er sei „irgendetwas zwischen Sympathisant und Beobachter“ der AfD und könne bei der Partei „nicht den geringsten Anhaltspunkt“ für eine NS-Ideologie finden. In den sozialen Medien gab es große Boykottaufrufe. Auch „Campact“ hat bereits vor Monaten mit einer Kampagne reagiert und Sticker gedruckt und verschickt, die auf Müller-Produkten im Supermarkt verteilt wurden.

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Zwar berichtet das „Manager Magazin“ von leichten Einbußen infolge des Image-Schadens, grundsätzlich geht es dem Unternehmen aber mit rund 33.800 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 9,5 Milliarden Euro blendend, die Produkte gehen demnach in gut 80 Länder (2024).

Zu der Marke gehören auch die Produkte von Landliebe, Weihenstephan und Sachsenmilch. Ein Problem für Händler, die sich zwischen dem wachsenden Druck der Öffentlichkeit und Angst vor Umsatzeinbußen entscheiden müssen: So ging der Facebook-Post eines Supermarktes aus Bayern viral, nachdem dieser erklärt hatte, die Produkte von Müller nicht einfach so aus dem Sortiment nehmen zu können, da das Unternehmen in einzelnen Produktsparten 30 Prozent Marktanteil besitze und deren Wegfall einen großen wirtschaftlichen Schaden für den Supermarkt bedeuten würde.

Der Markt weist auch darauf hin, dass viele weitere Unternehmer und Unternehmen als problematisch betrachtet werden müssen, Kunden durch bewusste Produktentscheidungen aber eine gewisse Macht besitzen. „Ihr seid diejenigen, die mit dem Einkaufszettel abstimmen“. Und auf diese Entscheidungsgewalt setzt nun auch „Campact“ mit seinen Plakaten: „Damit noch mehr Menschen vom üblen Nachgeschmack der Müllermilch erfahren“, schreibt der Verein.

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