„Da ist Ärger programmiert“: Handwerker wütend wegen neuer Buslinie
Ab Dezember soll der neue Express-Bus X27 den Bahnhof Bergedorf mit Poppenbüttel verbinden, eine laut Hochbahn „lang erwartete“ Linie, auf der künftig jährlich drei Millionen Fahrgäste unterwegs sein sollen. „Die Busse binden dann Gewerbe und Einzelhandel im Poppenbütteler Bogen direkt an“, sagte Hochbahn-Chef Robert Henrich. Doch die dort ansässigen Handwerker sind von den Plänen gar nicht begeistert – und fordern eine Alternative.
Vor zwei Wochen stolperte Sebastian Hildebrandt in ein paar Bauarbeiter, die vor seiner Garten- und Landschaftsbaufirma am Poppenbütteler Bogen rote Stangen in den Boden zementierten. „Die sagten mir, dass das für die neue Buslinie X27 ist“, so der Geschäftsführer. „Davon hatte ich bislang noch gar nichts mitbekommen.“
Neue Buslinie: Bis zu 18 Parkplätze fallen in Gewerbegebiet weg
Schnell tat er sich mit ein paar anderen Gewerbetreibenden in der Straße zusammen, um mehr über das Projekt herauszubekommen. „Da haben wir erfahren, dass dafür bis zu 18 Parkplätze in der Straße wegfallen“, sagt er. „Denn die Busse halten hier nicht nur, um Fahrgäste einzusammeln, sondern hier ist auch Endhaltestelle. Das bedeutet, dass es auch Plätze für die Busse gibt, wo sie Pause machen.“ Die Hochbahn nennt das „Überliegerplätze“.
„Wir sind absolut nicht gegen eine Buslinie“, betont Mitstreiterin Alina Mackens. Sie ist Geschäftsführerin der Sanitär- und Heizungsinstallations-Firma „Mackens + Sohn“. „Aber es gibt hier unter der Woche sowieso schon sehr wenige Parkplätze. Ja, wir haben auch einige Stellplätze auf dem Grundstück, dort stehen aber hauptsächlich Firmenwagen, die unsere Gesellen morgens abholen.“
Neue Buslinie X27: „Da ist Ärger vorprogrammiert“
Insgesamt 48 Handwerksbetriebe sitzen am Poppenbütteler Bogen, besonders morgens herrscht hier Hochbetrieb. „Viele Lkw werden bereits jetzt auf der Straße in zweiter Reihe entladen, weil es nicht genug Platz für alle gibt“, erzählt Hildebrandt. „Wie soll da dann noch ein Bus durchkommen? Da ist Ärger vorprogrammiert.“
Auf MOPO-Nachfrage erklärt Handwerkskammer-Sprecherin Christiane Engelhardt, dass der Verlust von 18 Parkplätzen das Gewerbegebiet schwäche. „Aus unserer Sicht wäre es wünschenswert, wenn gemeinsam mit den Anwohnern Alternativen erörtert und gefunden werden könnten.“
Handwerksbetriebe schlagen Alternativ-Lösung vor
Und die haben die Handwerker auch schon parat: „Wie wäre es, wenn die Busse ihre Pause an der schon existierenden Buskehre an der Kreuzung Harksheider Straße/Kupferteichweg machen?“, schlägt Mackens vor. „Das ist nur ein paar Minuten entfernt und hier könnten eventuell ein paar Parkplätze gerettet werden.“ Zusammen haben sie bereits eine Unterschriftenliste gesammelt und ans Bezirksamt Wandsbek geschickt.
Zuständig für die Planung ist die Verkehrsbehörde. „Der Lösung im Poppenbütteler Bogen liegt eine straßenverkehrsbehördliche Anordnung der Polizei zugrunde, bei der unter anderem der Parkdruck vor Ort und die Interessen aller Verkehrsteilnehmer geprüft sowie abgewogen wurden“, sagt deren Sprecher Dennis Krämer. Für den Vorschlag der Handwerksbetriebe hat er allerdings keine guten Nachrichten: „Bei einer Verlegung in die Harksheider Straße müssten laut Bezirk mehrere Bäume gefällt und umfangereichere Umbauten vorgenommen wären. Das hätte zusätzliche Kosten sowie eine deutliche Verzögerung der Linie zur Folge gehabt.“ Laut MOPO-Informationen hätte es sich um etwa drei Millionen Euro Mehrkosten gehandelt.
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Die Busse der Linie X27 sollen ab dem 15. Dezember im 20-Minuten-Takt zwischen dem Bahnhof Bergedorf und Poppenbüttel pendeln. Die Strecke von Bergedorf nach Billstedt verkürzt sich so von 31 auf 21 Minuten, die Strecke Billstedt – Rahlstedt auf 26 statt 36 Minuten und die Strecke Rahlstedt – Poppenbüttel auf 25 statt 41 Minuten.